Schloss Fellheim
Seniorenheim in Fellheim schließt

Das Seniorenwohnheim im Fellheimer Schloss wird spätestens zum 30. April 2012 geschlossen. Zu diesem Termin endet der Mietvertrag mit dem Gebäudeeigentümer, einer Fondsgesellschaft. Das hat der zuständige Geschäftsführer Detlef Wacker aus Stuttgart jetzt gegenüber der Memminger Zeitung bestätigt.

Wie berichtet, hatten die Johannes Seniorendienste zum 1. Oktober 2010 das Seniorenwohn- und Pflegeheim Johanneshof Schloss Fellheim an die Johanniter Seniorenhäuser GmbH verkauft.

Geschäftsführer Wacker nennt als Hauptgrund für die Schließung: << Wir haben damals ein hoch defizitäres Haus übernommen. >> Warum sich die Johanniter dennoch für die Fellheimer Einrichtung entschieden, erläutert Wacker wie folgt: << Wir haben ja nicht nur dieses eine Haus übernommen, sondern ein Paket mit insgesamt 28 Einrichtungen in ganz Deutschland. >> Nach Angaben des Geschäftsführers hat der neue Betreiber in den vergangenen Monaten << versucht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen >>. Doch nun sei klar, dass die Fellheimer Einrichtung aus << wirtschaftlichen Gründen >> nicht weitergeführt werden könne.

Wacker untermauert dies mit folgenden Zahlen: Das Senioren- und Pflegeheim sei eigentlich für 136 Bewohner ausgelegt. << Doch derzeit sind wir nur zu etwa 60 Prozent ausgelastet. >> Der Verdrängungswettbewerb auf dem Markt sei groß, außerdem seien im Fellheimer Schloss hohe Investitionen nötig, die sich aus Sicht des Betreibers nicht rentieren.

80 Bewohner, 70 Angestellte

Die rund 80 Bewohner, deren Angehörige sowie die etwa 70 Angestellten (Voll- und Teilzeitkräfte) seien bereits informiert worden, so Wacker. << Wir haben ihnen mitgeteilt, dass wir diese Entscheidung treffen mussten >>, erklärt der Geschäftsführer, << und wir haben uns bewusst dazu entschlossen, schon jetzt alle Betroffenen zu informieren, damit sie genügend Zeit haben, sich darauf einzustellen >>. Für die Angestellten bedeutet das, dass sie ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren.

<< Wir bemühen uns aber bei jedem einzelnen darum, eine Lösung für die Zukunft zu finden >>, versichert Wacker. Rund zehn Bedienstete des Ambulanten Pflegedienstes beispielsweise würden von der Johanniter-Unfallhilfe übernommen.

Die Bewohner, deren Durchschnittsalter 85 Jahre beträgt, müssen in andere Heime umziehen. Für Fellheims Bürgermeister Alfred Grözinger ist das ein Unding. Er sagt: << In diesem Haus leben auch betagte Menschen, die in Fellheim geboren sind. Und jeder weiß: Einen alten Baum darf man nicht verpflanzen. >>

Im Interesse der Bewohner und Angestellten hoffe er daher, so Grözinger gegenüber der MZ, << dass es uns schnell gelingt, eine Nachfolgenutzung zu finden, am besten eine ähnliche oder gleiche wie bislang >>.

Über die aktuellen Entwicklungen sei er << sehr verwundert >>, sagt der Fellheimer Bürgermeister, denn schließlich hätten die aktuellen Betreiber das Haus ja erst vor einigen Monaten übernommen. Wie es nun weitergehe, wisse er noch nicht. << Aber das alles ist sehr negativ für unsere Gemeinde. Denn das Schloss ist ja viel mehr als nur ein Senioren-wohnheim - es ist der Mittelpunkt des Ortes. >>

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