Procurand
Schloss Fellheim - Potenzieller Träger springt ab

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Ob das Senioren- und Pflegeheim im Fellheimer Schloss eine Zukunft hat, steht weiterhin in den Sternen: Denn die Procurand GmbH aus Berlin wird das Haus nun doch nicht übernehmen. Als Hauptgrund für diese Entscheidung nennt Daniel Schuster, Leiter für Finanzierung und Investitionen bei Procurand: 'Eine qualitativ hochwertige Pflege zu wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen ist für uns dort nicht möglich.'

Mitte September habe Procurand Schloss Fellheim unter die Lupe genommen, erklärt Schuster. Danach folgte eine intensive Analyse. 'Dabei sind wir zu neuen Erkenntnissen gekommen, die unsere ursprüngliche Kalkulation gesprengt haben.' Schuster erläutert: 'Wir sind im hochpreisigen Segment tätig und haben hohe Qualitätsansprüche.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich diese – zumindest für uns – in Fellheim nicht umsetzen lassen, ohne hohe Investitionen zu tätigen. Da wir eine gemeinnützige Organisation sind, ist unser Spielraum hierbei begrenzt.'

Schuster betont: 'Wir bedauern die Entwicklung auch sehr, weil wir wissen, welch’ große Hoffnungen in uns gesetzt worden sind. Wir haben uns auch sehr lange mit Fellheim beschäftigt, weil wir starkes Interesse hatten. Aber mit unseren Standards haut es dort einfach nicht hin.'

Noch nicht aller Tage Abend

Nun ist aber noch nicht aller Tage Abend für die rund 70 Mitarbeiter und circa 80 Bewohner in Schloss Fellheim: Denn nach der Absage der Procurand GmbH, die 24 Senioreneinrichtungen in Deutschland betreibt, habe es Gespräche und Hausbegehungen mit weiteren Interessenten gegeben, bestätigt Berthold Zeltner von der Firma Joh. Gg. Zeltner.

Das Unternehmen aus Nürnberg ist als Geschäftsführer für eine Fondsgesellschaft mit rund 220 Anteilseignern tätig, der das Fellheimer Schloss gehört.

Seit 1. Oktober 2010 trägt die Johanniter Seniorenhäuser GmbH das Fellheimer Senioren- und Pflegeheim. Geschäftsführer Detlef Wacker aus Stuttgart betonte bereits im Mai dieses Jahres, dass seine Organisation das Haus aus 'wirtschaftlichen Gründen' nicht weiterbetreiben wolle.

Das Senioren- und Pflegeheim ist derzeit eigentlich für 136 Bewohner ausgelegt. 'Doch wir waren zuletzt nur zu etwa 60 Prozent ausgelastet', so Wacker.

'Gerade weil sich die Entscheidungsfindung in Berlin so lange hingezogen hat, dachten wir eigentlich, dass es mit der Übernahme klappen wird', sagt Wacker, der sich von der Absage aus der Hauptstadt 'überrascht' zeigt. 'Auch wir waren sehr optimistisch und haben alles getan, was in unserer Macht stand', betont Fonds-Prokurist Zeltner.

Procurand-Sprecher Schuster bekräftigt: 'Es hat nicht an den Verhandlungspartnern gelegen. Die Zusammenarbeit mit ihnen war hervorragend.'

Zeltner spricht von einer 'brenzligen und unangenehmen' Situation. Um die Verhandlungen mit den weiteren Interessenten nicht zu gefährden, wollen weder Zeltner noch Wacker deren Namen nennen.

'Im Interesse aller Mitarbeiter, Bewohner und Angehörigen, denen wir mit Rat und Tat zur Seite stehen, ist es weiterhin unser oberstes Ziel, einen neuen Träger zu finden', versichern Wacker und Zeltner.

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