Vokalensemble Memmingen
Sänger um Heidi Zapf glänzen in Sankt Ambrosius mit moderner Chormusik

Bereits zum elften Mal war das Vokalensemble Memmingen unter Leitung von Heidi Zapf in der Pfarrkirche Sankt Ambrosius zu Gast.

Zu seinem Dreikönigskonzert mit neuem geistlichen Programm, dessen Schwerpunkt zeitgenössische Kompositionen bilden, konnte Pfarrer Xaver Wölfle an die 400 Zuhörer auf den restlos gefüllten Kirchenbänken begrüßen.

Die sehr anspruchsvolle Stückauswahl machte deutlich, dass das von jeher ambitionierte Ensemble durch seine erfolgreiche Teilnahme am 9. Internationalen Chorwettbewerb in Riva/Italien an Selbstvertrauen, Dynamik und Ausdruckskraft weiter gewonnen hat. Eingeschworen auf das präzise Dirigat ihre Chorleiterin Heidi Zapf, mausert sich der Chor zum Spezialisten für die experimentellen und expressiven Strömungen der modernen geistlichen Vokalmusik.

In dieser Sparte ersangen sich die jungen Sänger in Riga einen sehr ehrenwerten 4. Platz mit der äußerst komplexen Motette von Wolfram Buchenberg 'Ich bin das Brot des Lebens', die, wie Moderator Herbert Wolf erklärte, auch anlässlich des Deutschland-Besuches von Papst Benedikt XVI. dargebracht wurde.

Hervorragende Synchronität

Durch hervorragende Synchronität und präzise Intonation zeigen sich die 35 Vokalisten der komplexen, oft dissonanten Stimmführung der modernen geistlichen Vokalmusik gewachsen. Durch die unaufgelöste Spannung der Intervalle lässt sie die Frage des Menschen nach Gott anklingen.

Ein weiterer Höhepunkt war das meditative 'Lux Aurumque' (Licht und Gold) des jungen amerikanischen Komponisten und Dirigenten Eric Whitacre, das den Sopranen viel Tonhöhe und Strahlkraft abverlangte. Das Stück ist 2010 über das Internet entstanden: 185 Sänger aus zwölf Nationen sangen zu Hause vor dem PC.

Ebenfalls zeitgenössisch ist das 'O lux beata Trinitas' des japanischen Komponisten Ko Matsushita. Auch hier bleibt die Spannung unerlöst, gehalten in den aus gleichförmigem Gebet in staccatohaften Wiederholungen beschwörend-mächtig empordrängenden Frauenstimmen.

Das lebhafte Zusammenwirken und Wettstreiten selbstständiger Stimmen ist der modernen Vokalmusik ebenso zu eigen wie der des Barock. Dies wurde in der Motette 'Tröste, tröste uns Gott' von Johann Pachelbel (1653-1706) deutlich.

Nach der Psalmkantate 'Richte mich Gott' des romantischen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, das als eines der schönsten sakralen Chorstücke gilt, ließ Susanne Müller den Ausflug in die Vergangenheit stimmungsvoll ausklingen. Sie spielte die 3. Fantasie in h-Moll von Georg Philipp Telemann auf der Querflöte.

'Gabriel’s Message' des englischen Dirigenten und Arrangeurs Jonathan Rathbone leitete zu den Spirituals über. Begleitet von Alfons Wagner am Klavier löste sich der getragene Ernst, nicht aber der musikalische Anspruch in swingende Rhythmen auf. Das Publikum spendete üppigen Applaus.

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