Geburtstag
Rosina Wuggetzer aus Westerheim feiert ihr 100. Wiegenfest

Rosina Wuggetzer aus Westerheim hat ihren 100. Geburtstag gefeiert. Mit Ruhe und Gelassenheit nahm sie die zahlreichen Gratulationen entgegen. Unter den Gästen befanden sich auch Westerheims Bürgermeisterin Christa Bail, Landrat Hans-Joachim Weirather sowie Pater Johannes.

Die Jubilarin erinnert sich noch an das Ende des Ersten Weltkrieges, als französische Kriegsgefangene in der Huf- und Wagenschmiede ihres Vaters mitarbeiten mussten. In den 1920er Jahren gewann sie das Freischießen in Obergünzburg. Der Preis: 500 Reichsmark. 'Dafür habe ich mir ein halbes Pfund Zwetschgen kaufen können', sagt die Jubilarin mit einem Lächeln.

Das Telefon sei keine Selbstverständlichkeit gewesen, in jedem Ort habe es nur eine öffentliche Fernsprechstelle gegeben. Diese befand sich im eigenen Elternhaus.

Deshalb war es Rosina Wuggetzer möglich, sich bereits im Alter von 16 Jahren selbstständig eine Arbeitsstelle in Friedrichshafen zu beschaffen. Die Bahnreise dorthin war ein einschneidendes Erlebnis in ihrem jungen Leben. Im Jahr 1937 heiratete sie den Friseurmeister Anton Wuggetzer aus Erkheim.

Fünf Kindern schenkte sie das Leben. Ab dem ersten Kriegstag des Zweiten Weltkrieges war der Ehemann und Vater an der Front. Ein Jahr lang nach Ausbruch des Krieges hat sie den Salon noch weitergeführt. Dieser musste jedoch – weil auch ihr Lehrbub eingezogen wurde – geschlossen werden.

In dieser Zeit begann eine ganz besonders schwere Zeit für die Jubilarin. Eine Tochter erkrankte an Hirnhautentzündung und war fortan behindert. Nach Rückkehr des Ehemanns aus der Kriegsgefangenschaft wurde das Friseurgeschäft in Erkheim wieder aufgenommen. Nach der Übergabe an den Sohn im Jahr 1963 begann ein Neustart in Westerheim. 1966 ging die Führung des Betriebes an Tochter Annerose Schädle über.

Ihr ganzer Stolz sind ihre vier Kinder, ihre neun Enkel und ganz besonders die 13 Urenkel, die ihre 'Uri' am Geburtstag mit Gedichten und Gesängen erfreuten.

Schicksale gemeistert

Es sei eine besondere Freude, zu sehen, wie die Jubilarin im Kreise der Familie alt werden darf und von den Angehörigen liebevoll gepflegt wird, so Landrat Weirather. Bürgermeisterin Bail betonte, dass gerade die Frauen ihrer Generation vieles geschafft, große Hürden übersprungen und harte Schicksale gemeistert hätten.

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