Funde
Reliquienkapsel und Schmuckstücke neben Theinselberger Kirche entdeckt

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Bei Grabungsarbeiten sind Mitarbeiter einer Baufirma im westlichen Bereich der Kirche in Theinselberg auf archäologisch bedeutsame Funde gestoßen. Gräber wurden freigelegt, als Bagger gerade dabei waren, das sogenannte Pfarrstüble abzureißen. Dabei wurden Grabbeigaben entdeckt. Das Nebengebäude an der Westseite der Kirche wurde in der Vergangenheit für kleinere Anlässe wie beispielsweise Kindergottesdienste genutzt. Nach dem ersten Fund hat der Archäologische Arbeitskreis Allgäu im Auftrag des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege auf dem rund 40 Quadratmeter großen Areal die Grabstätten komplett freigelegt.

Pfarrer Joachim Metten erklärte, dass dieser Bereich früher einmal als Friedhof genutzt wurde. In einem der Gräber wurde eine junge Frau bestattet. Dort fand man einen Ohrstecker. Die zweite Grabstelle wurde laut Grabungstechniker Peter Pfister wahrscheinlich bereits beim damaligen Bau des Pfarrstübles weitestgehend zerstört. Interessante Funde seien in der dritten Grabstelle zum Vorschein gekommen. Pfister erläuterte, dass in diesem Grab offenbar drei Leichname übereinander bestattet worden sind.

Dem Leichnam einer Frau ist eine Reliquienkapsel beigelegt worden. << Die Reliquie bestand in solchen Fällen in der Regel aus einem Knochensplitter eines Heiligen >>, fügte Grabungstechniker Pfister hierzu an. Die Reliquienkapsel selbst ist aus Bronze und mit einem Holzstift verschlossen worden.

Eine so kleine Kapsel mit lediglich rund zwei Zentimetern Durchmesser sei in der Fachliteratur allerdings nicht bekannt. Nach Angaben Pfister ist der Friedhof von 1660 bis 1707 von evangelischer wie auch katholischer Seite genutzt worden.

Bergkristall mit angehängter Perle

Darüber hinaus fanden die Grabungshelfer Schmuckstücke. Es handelt sich dabei um einen Bergkristall mit einer angehängten Perle. Solche Gegenstände waren nach Auskunft von Pfister im 18. Jahrhundert üblich. Weiter wurde im Bereich der Grabsohle eine aus der Südsee stammende sogenannte Kaori-Muschel entdeckt. << Wie die hier her kommt, kann ich mir auch noch nicht erklären >>, so der Grabungstechniker.

Die Baustelle ist nun wieder freigegeben und soll laut Pfarrer Metten einen << friedhofsähnlichen Charakter >> erhalten. Durch den Abriss des Nebengebäudes kann die Friedhofsmauer nun auch auf der Westseite fortgeführt werden, die künftig die Kirche umschließen soll.

Im kommenden Jahr wird dann an anderer Stelle ein neues Nebengebäude errichtet.

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