Vortrag
Referent spricht in Lachen über Erziehung, Eltern und deren Ansprüche an sich und den Nachwuchs

'Das Leben ist (k)ein Kinderspiel' war das Thema eines gemeinsamen Bildungsabends des Kindergartens Herbishofen und der Katholischen Landvolkbewegung im Pfarrhof in Lachen. Referent Dieter Haschner, selbst Vater von drei Kindern, erläuterte anhand von Studien und eigenen Erfahrungen die Situation zwischen Eltern und Kindern heute.

Zum einen stellte er fest, dass es wohl zu keiner Zeit so viele reflektierende, bewusst erziehende und in ihrer Erziehung selbstkritische Eltern gegeben habe wie heute. Diese seien sehr darauf bedacht, dass ihr Kind keinen Schaden nimmt und es gezielt gefördert wird.

Andererseits würden sich Eltern vielfältigem Druck ausgesetzt sehen: Zunehmender Zeitdruck sowie Organisations- und Leistungsdruck bestimme bei vielen den Alltag. Deshalb, und aufgrund hoher Erwartungen, fühlten sie sich verunsichert und gestresst.

Da gelte es, genau hinzuschauen, 'ob nicht manchmal weniger mehr wäre', so der Referent. Es müsse Zeit für 'zweckfreies Spiel' mit den Eltern oder mit anderen Kindern bleiben.

Bildung sei wichtig, werde heute aber häufig als wichtigstes Ziel gesetzt. Dabei zitierte Haschner den Philosophen Heraklit, der schon vor 2500 Jahren wusste: 'Bei der Bildung kommt es nicht darauf an, Menschen wie Fässer zu füllen, vielmehr darauf, sie für etwas zu begeistern.'

Eine gute Atmosphäre, in der entdeckt, geforscht, ausprobiert und Interessantes wahrgenommen werden kann, ist aus Haschners Sicht wichtig für solch ein Lernen. Dieses sei in Schulen eher selten zu finden. So lerne man aus dem Buch auswendig, welche Blätter zu welchem Baum gehören, anstatt es in der Natur entdecken zu können.

'Riesiges Konsum- und Medienangebot'

Er wisse, wie schwer es sein kann, seinen Kindern eine dosierte, kritische Nutzung des 'riesigen Konsum- und Medienangebotes' zu vermitteln, so der Familienvater. Anwesende Väter und Mütter berichteten von ihrer Erfahrung, dass es nicht gut tue, in den Kinderalltag zu viel reinpacken zu wollen.

'Wir müssen aufpassen, dass wir die Erwartungen an unsere Kinder durch den ständigen Blick auf andere Kinder nicht zu sehr hochschaukeln lassen', erkannte ein Vater selbstkritisch. Als Resümee hielt der Referent abschließend fest: 'Wir sollten uns mehr trauen, das Leben auch als ,Kinderspiel’ anzunehmen.'

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