Wahlbeteiligung
Rätselraten über Desinteresse: Kommentar von MZ-Redakteur Helmut Kustermann zur OB-Wahl in Memmingen

Der Oberbürgermeister-Wahlkampf hat viele Memminger mobilisiert. Zahlreiche Veranstaltungen stießen auf erfreulich großes Interesse. Zur Podiumsdiskussion unserer Zeitung mit den vier Kandidaten strömten sogar 1.600 Besucher in die Stadthalle.

Von Politikverdrossenheit war in den vergangenen Wochen wenig zu spüren. Darum konnte man eigentlich davon ausgehen, dass ein großer Teil der Memminger von seinem Wahlrecht Gebrauch macht.

Viele rechneten mit einer Wahlbeteiligung von weit über 60 Prozent. Doch dann ist es anders gekommen.

Podcast ein Tag nach der Wahl: Im Rennen sind noch Markus Kennerknecht von der SPD/FDP und Dr. Robert Aures von der CSU. Darüber sprechen Holger Mock von all-in.de und Helmut Kustermann, Leiter der Memminger Lokalredaktion, in unserem Podcast.

Nur 54,3 Prozent der Wahlberechtigten konnten sich am Sonntag dazu aufraffen, ihr Kreuzchen zu machen. Das ist ein enttäuschender Wert, gerade auch im Vergleich mit der Oberbürgermeister-Wahl vor sechs Jahren. Damals lag die Wahlbeteiligung ebenfalls bei 54 Prozent. Diesmal durfte man eigentlich mit einem deutlich größeren Interesse rechnen, da am Ende der langen Holzinger-Ära die Karten völlig neu gemischt wurden und es keinen eindeutigen Favoriten gab.

Doch selbst bei dieser spannenden Konstellation hatte fast die Hälfte der Memminger Wahlberechtigten keine Lust, über die Zukunft ihrer Stadt mitzubestimmen. So viel Gleichgültigkeit muss jedem zu denken geben, der die Vorzüge der Demokratie schätzt. Aber warum eigentlich haben nicht mehr Bürger abgestimmt?

Darüber herrscht Rätselraten, man kann sich darauf keinen rechten Reim machen. Wo es doch immer geheißen hat, dass sich die Menschen noch am ehesten zum Wählen bewegen lassen, wenn es um Entscheidungen in ihrem direkten Lebensumfeld geht

In den vergangenen Wochen gab es aber auch viel Positives zu vermerken. Zahlreiche Wahlhelfer haben sich ehrenamtlich und mit Begeisterung engagiert. Da steckte viel Idealismus dahinter. Bei SPD und CSU wird dies bis zur Stichwahl sicherlich auch so bleiben. Bemerkenswert ist außerdem der faire Umgang, den die vier Oberbürgermeister-Kandidaten untereinander gepflegt haben.

Da gab es keine Polemik, da wurde nicht unter die Gürtellinie geschlagen. Das war wohltuend und verdient großen Respekt.

kustermann@azv.de oder Fax (08331) 109-188

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