Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Pornos als Anleitung
Oral-Verkehr mit Stieftochter (10): Mann muss für mindestens sieben Jahre ins Gefängnis

Gericht (Symbolbild).
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  • Foto: Stephan Michalik
  • hochgeladen von Camilla Schulz

Am Montag hat der Prozess gegen einen 47-jährigen Mann wegen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern am Landgericht Memmingen begonnen. Der Mann hatte im Zeitraum von über einem Jahr seine Stieftochter in mindestens elf Fällen sexuell missbraucht. Zum Zeitpunkt der Übergriffe war das Opfer gerade einmal zehn Jahre alt. 

Der Mann muss jetzt für mindestens sieben Jahre ins Gefängnis und mindestens 15.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Das genaue Strafmaß steht momentan noch nicht fest. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden. Seit Februar befindet sich der 47-Jährige in Untersuchungshaft.

Oral-Verkehr beim Zelten

Der erste sexuelle Übergriff fand im August 2018 statt. Der Angeklagte zeltete zusammen mit der damals 10-Jährigen im Garten einer Wohnung in Memmingen, in der der Angeklagte zusammen mit dem Opfer und seiner Ehefrau (Mutter des Opfers) wohnte. Laut der Anklage der Staatsanwaltschaft zeigte der Täter dem Mädchen zunächst einen Porno, in der eine Frau einen Mann oral befriedigte. Der Porno sollte als Anleitung dienen. Danach soll der Angeklagte das Mädchen zu gegenseitigem Oralverkehr veranlasst haben. Später meinte der Mann dann zu dem Mädchen, dass er ihr etwas zeigen müsse. Daraufhin ging der Mann ins Vorzelt und befriedigte sich selbst, das Mädchen musste zusehen.

Weitere sexuelle Übergriffe folgten

In den darauffolgenden Monaten kam es laut Anklage zu einer Reihe weiterer sexuellen Übergriffen. Unter anderem soll das Mädchen erneut zum Oral-Verkehr gezwungen worden sein. Dabei sei ihr einmal so schlecht geworden, dass das Kind in die Toilette spucken musste, erläutert die Staatsanwaltschaft. Weitere Übergriffe beschrieb die Staatsanwaltschaft ebenfalls detailliert. Es gab demnach entsprechende Vorgänge beim gemeinsamen Baden, bei denen der Angeklagte das Mädchen zu gegenseitigen sexuellen Handlungen nötigte. 

Stieftochter brauchte lange, bis sie sich der Mutter anvertraute

Im August 2018 sollen die sexuellen Übergriffe des Angeklagten auf die damals 10 Jahre alte Tochter seiner Ehefrau begonnen haben. Die Übergriffe fanden immer dann statt, wenn die Mutter der Tochter und Ehefrau des Angeklagten nicht in der gemeinsamen Wohnung in Memmingen war. Erst im Dezember 2019 wagte es die Tochter, ihrer Mutter von den Vorfällen zu berichten. Der Angeklagte hatte der Geschädigten zuvor gesagt, dass sie ihrer Mutter nichts von den Vorfällen erzählen dürfe.

Mädchen leidet

Seit Februar befindet sich das Opfer unter psychologischer Betreuung. Laut dem Anwalt des Opfers Tino Brückner sei das Mädchen "erheblich traumatisiert". Er spricht von einer "ständigen Angst." Das Mädchen habe zunächst nicht allein in ihrem Bett schlafen können und sich auch nicht ohne Begleitung im Haus bewegen können. Ihre Schulnoten hätten sich verschlechtert. Über die Vorfälle könne das Opfer nur in Bruchstücken reden. Momentan könne man nicht sagen, ob das Mädchen den Missbrauch jemals verarbeiten kann, so Brückner.

Vollumfassendes Geständnis 

Der Angeklagte hat über seinen Pflichtverteidiger alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt. "Er stellt sich der Verantwortung." Mit dem Geständnis erspart der Angeklagte dem Mädchen eine Aussage vor Gericht. Das sei das Einzige, was der Angeklagte noch für das Mädchen tun könne. Zuvor hatten sich Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung in einem Erörterungsgespräch auf einen Strafrahmen geeinigt. Demnach muss der Mann bei einem "vollumfassenden und wahrheitsgemäßem Geständnis" für mindestens sieben Jahre in Haft. Außerdem muss er dem Opfer mindestens 15.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Am Donnerstag soll das Urteil verkündet werden.

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern: Mann (47) angeklagt

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