Benninger Ried
Offizieller Abschluss der Sanierung des Benninger Rieds - Umweltminister Söder als Festredner zu Gast

Am Anfang stand der Zweifel. «Ich habe nicht so richtig geglaubt, dass wir das in einem Jahr schaffen», sagte Benningens Bürgermeister Meinrad Bernhard am Freitag beim offiziellen Abschluss der 5,2 Millionen Euro teuren Sanierung des Benninger Rieds. Dass die Umsetzung so schnell über die Bühne ging, hat laut Umweltminister Dr. Markus Söder mit dem Konjunkturpaket II zu tun, über das die Sanierung des Wasserhaushaltes finanziert worden ist (siehe Infokasten). «Nur wenns schnell geht, gibts Geld», sagte der Minister, der persönlich nach Benningen kam, um die Festrede zu halten und um das neue Verteilergebäude in Betrieb zu nehmen.

Der Startschuss für die Arbeiten mit teils schwerem Gerät fiel im vergangenen Sommer. Seither wurden unter anderem 1100 Meter Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern verlegt, in denen gesammeltes Grundwasser zum Verteilergebäude geführt wird. Um das Wasser von dort aus weiter ins Ried zu leiten, wurden sechs Rohrleitungen unter dem Riedbach hindurch zum südlichen Rand des Naturschutzgebietes geführt. Dort gelangt das Wasser wieder an die Oberfläche. Dem bedeutendsten Kalkquellmoor des Freistaates soll auf diese Weise künftig wieder genügend Grundwasser zugeführt werden.

Er habe Angst davor gehabt, dass die Fische diesen Eingriff nicht verzeihen und die Libellen nicht mehr kommen, sagte Bernhard. Auch wenn es ein Eingriff zugunsten der Natur gewesen sei, hätte er nicht gedacht, dass diese die Neuerung in so kurzer Zeit annehmen würde.

Erste positive Veränderungen sind laut Hubert Anwander sofort nach Ende der Arbeiten zu beobachten gewesen. Seit dem Jahr 1996 befasst sich der Günzburger Biologe nach eigener Aussage intensiv mit dem Benninger Ried und dessen Grundwasserproblematik. Nach der Sanierung hätten etwa Arten wie die fleischfressenden Pflanzen wieder die Möglichkeit, sich anzusiedeln. Durch den Wassermangel im Ried sei das Gras sehr dicht gewesen, sodass andere Arten keinen Platz mehr zum Wachsen hatten, so Anwander. Und an jenen Stellen, an denen das Wasser jetzt ins Ried gelangt, habe sich die Riednelke bereits wieder niedergelassen.

Dank an Grundstückseigentümer

Bürgermeister Bernhard dankte nicht zuletzt den Grundstückseigentümern und Anwohnern, die das Projekt mitgetragen hätten, sodass es ohne Einspruch verwirklicht werden konnte. Alles in allem sprach Bernhard von einer << solch friedlichen Zusammenarbeit >> zwischen Behörden und beteiligten Firmen.

Die Maßnahme sei bayernweit das größte Naturschutzprojekt, das aus Mitteln des Konjunkturpakets II finanziert wird. Es sei dennoch keine Selbstverständlichkeit, dass es ein Staatsminister << so engagiert >> begleitet, sagte Söder mit Blick darauf, dass er bereits beim Spatenstich im vergangenen Juli in Benningen dabei war. << Das zeigt die Besonderheit. >>

Diese unterstrichen auch Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Landrat Hans-Joachim Weirather. Anfang des 19. Jahrhunderts sei die Welt des damals rund 130 Hektar großen Rieds noch in Ordnung gewesen, so der Kreis-chef. Aber irgendwann habe man angefangen, auch dort zu bauen, << wos nass war >> und am Ende seien 20 Hektar übrig geblieben. << Uns ist bewusst, was wir hier für eine Perle haben >>, sagte er. In der Zukunft gehe es darum, gut darauf aufzupassen. << Aber das kriegen wir hin. >>

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