Großübung
Neun Feuerwehren und die Johanniter trainieren in Lautrach für mögliche Brandkatastrophe

Durch die Atemschutzgeräte ist das Schnaufen der Feuerwehrleute deutlich zu hören. Zwei Mann eilen eine Treppe im Regens-Wagner-Wohnheim in Lautrach hoch und stoßen auf einen Verletzten. Mit wenigen Handgriffen wird er auf eine Trage gebunden, hochgehoben und unter noch heftigerem Schnaufen nach draußen gebracht.

Doch dem Verletzten geht es gut. Er ist Jungfeuerwehrler und Teil einer Übung. Neun Wehren und die Johanniter trainieren mit insgesamt 180 Rettungskräften für eines der schlimmsten denkbaren Szenarien im Unterallgäu: einen Brand bei einer großen Einrichtung wie Regens Wagner. << Das ist unsere größte Übung seit 1996 >>, sagt Lautrachs Kommandant und Fachkreisbrandmeister Giovanni Aichele. Er leitet an diesem Abend den Einsatz.

Eine besondere Herausforderung würden im Ernstfall die rund 200 Bewohner des Hauses darstellen. << Unter ihnen sind psychisch kranke, alte und mehrfach behinderte Menschen >>, erläutert Heimleiter Beppo Haller. Viele von ihnen könnten das Gebäude im Fall der Fälle also nicht aus eigener Kraft verlassen. Sie müssten mit Hilfsmitteln wie Evakuierungsmatratzen für bettlägerige Heimbewohner gerettet werden.

Während der Großübung sollen die Bewohner geschont werden und möglichst wenig mitbekommen von der Hektik, die bei Übungsbeginn ausbricht: Rund um das Gebäude wimmelt es von Floriansjüngern, sie rollen Schläuche aus und legen Atemschutzgeräte an. Auf künstlichen Rauch und Sirenen verzichten sie.

Bei einem Gewitter eine Stunde vor dem Manöver gab es einen Fehlalarm im Haus. Dieser sorgte für Verwirrung bei den Bewohnern und << hat die Evakuierung erschwert >>, erzählt Jochen Geromüller, technischer Leiter des Hauses. Trotzdem hatten bereits über 80 Menschen das Gebäude verlassen, bevor klar war, dass es sich um falschen Alarm handelte.

Immer wieder Zwischenfälle in Pflegeheimen

Da es immer wieder Zwischenfälle in Pflegeheimen gibt, müssen die Floriansjünger in den Augen von Kreisbrandinspektor Leo Krywult so viel wie möglich üben. << Bisher waren es Gott sei Dank nur kleinere Sachen >>, sagt er. Dass ein solches Szenario trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Investitionen in den Brandschutz nicht abwegig ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2009: Damals hatte das Blockheizkraftwerk bei Regens Wagner Feuer gefangen, Personen wurden aber nicht verletzt.

Nach Abschluss der Übung wird deutlich, wo bei den Feuerwehren noch Nachholbedarf besteht. Als << Übungsende >> über den Funk verkündet wird, ist Kommandant Aichele wieder um einige Erfahrungen reicher: In Zukunft will er etwa genauer definieren, wo die Fahrzeuge auffahren. Auch will er mehr Lotsen einsetzen. Denn nicht alle Einsatzkräfte kennen das Gelände so gut wie die kleinen Wehren vor Ort.

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