Medizin
Neue Hausärztin für Benningen

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Die 33-jährige Susanne Aicher soll neue Hausärztin in Benningen werden. Die Allgemeinmedizinerin aus Kempten hat am späten Mittwochnachmittag in Augsburg die Zusage für eine kassenärztliche Zulassung bekommen. Ab Januar 2011 ist sie damit offiziell die Nachfolgerin des im April verstorbenen Benninger Mediziners Dr. Klaus Marx. Wie berichtet, hatte sich auch der 56-jährige Dr. Michael Pütz um den freien Arztsitz beworben. Vor dem Zulassungsausschuss (siehe Infokasten) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schwaben ging er nun leer aus. Er warte jetzt die schriftliche Begründung ab, sagt Pütz. Momentan könne er nicht ausschließen, von seinem «Widerrufsrecht» Gebrauch zu machen.

Wenn Pütz tatsächlich ein Veto einlegt, wandert der jetzige Beschluss vor den Berufungsausschuss, wo binnen einer Dreimonatsfrist erneut über den Fall entschieden würde, wie Kirsten Warwig von der KV Bayern auf Nachfrage der MZ erläuterte. Der Zulassungsbeschluss wäre damit aufgeschoben. Bis eine abschließende Entscheidung vorliegt, werde in der Regel versucht, die aktuelle Vertretungsregelung fortzuführen, so Warwig. Das würde bedeuten, dass Aicher ab Januar wie bisher auf Vertretungsbasis praktizieren würde. Die 33-Jährige war im Juni als Aushilfe eingesprungen; seit September arbeitet sie in Vollzeit in der Benninger Praxis. Ihren Job als Hausärztin in einer Kemptener Gemeinschaftspraxis hat sie mittlerweile gekündigt.

«Langer Atem»

Aicher spricht von einem «langen Atem», den sie in den kommenden Monaten möglicherweise brauchen werde. Um die Behandlung der Patienten ab Januar in jedem Fall sicherzustellen, wäre sie bereit, vor Gericht eine einstweilige Verfügung - also eine vorläufige Entscheidung des Gerichts im Eilverfahren - zu erwirken. «Trotz hoher materieller Belastung», wie sie sagt.

«Die Patienten müssen versorgt werden», sagt Michael Pütz. Ihm liege es völlig fern, dass die Benninger in der Luft hängen. Nichtsdestotrotz wolle er gegebenenfalls auf sein «Widerrufsrecht» pochen. Sein eigenes Interesse könne er nicht völlig in den Hintergrund stellen.

Sollte der Allgemeinmediziner, der derzeit je eine Praxis in Woringen, Lautrach und Aichstetten hat, Widerspruch einlegen und daraufhin in der zweiten Runde den Zuschlag bekommen, würde er Benningen zur «Hauptbetriebsstätte» machen, wie er sagt. Erreichbar sei er immer. «Einen Anrufbeantworter gibt es bei mir nicht.»

Laut Bürgermeister Meinrad Bernhard stehen die Benninger hinter Aicher. «Sie erledigt ihre Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit», sagt er. Nun hofft der Rathauschef auf das Einsehen Pütz und darauf, dass dieser der Kollegin eine Chance gibt. Dass er im Ort momentan für Gesprächsstoff sorgt, sieht Pütz gelassen. «Wenn man einen Menschen nicht kennt, ist es umso interessanter, ihn dann kennenzulernen», sagt er. Er wisse, was er kann, habe Einsatzwillen und Erfahrung.

 

Seit Juni arbeitet Susanne Aicher (links) als Hausarzt-Vertretung in der Benninger Praxis. Jetzt hat sie die Zusage für eine Zulassung ab Januar erhalten. Foto: Simone Schaupp

 

Dr. Michael Pütz

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