Vortrag
Mit Radfahren, Gymnastik und Schwimmen Knorpelschäden vorbeugen

'Wer rastet, der rostet': Das sagte Dr. Tilman Eßlinger, Ärztlicher Leiter der Kreisklinik Ottobeuren sowie Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, im Rahmen der Veranstaltung 'Gesund laufen bis ins hohe Alter – mit Herz und Hüfte', der im Ottobeurer Krankenhaus stattfand. Eßlinger sprach von einem 'maximalen gesundheitlichen Effekt', wenn man sich durch Laufen fit halte.

Im Folgenden gab er Informationen zum Thema 'Arthrose'. Dieser Gelenkverschleiß sei eine Erkrankung, die mit steigendem Alter zunehme. Im Jahr 2040 werden 34 Prozent der über 60-Jährigen davon betroffen sein, so Eßlingers Prognose. Die Folgen ohne Therapie seien markant: Hilfsbedürftigkeit, Verlust sozialer Kontakte, Bettlägerigkeit und Folgeerkrankungen blieben nicht aus.

Als erste Vorbeugung empfahl der Mediziner, sich ausgewogen zu ernähren und sich zu bewegen. Überbelastungen sollten vermieden und die Muskulatur trainiert werden. Hilfreich seien eine Bewegungsschule für den Rücken und der Blick auf die Waage.

Denn Übergewicht erhöhe das Arthrose-Risiko um ein Dreifaches. 50 Prozent der Deutschen seien übergewichtig, davon 30 Prozent fettleibig. 'Wir beobachten die gleiche Entwicklung wie in Amerika, nur dass wir zehn Jahre später dran sind', so Eßlinger.

Besorgniserregend sei die Tatsache, dass mittlerweile 3,9 Prozent der Vorschulkinder fettleibig seien. Er appellierte an die Vorbildfunktion der Eltern: 'Diese Kinder entwickeln in jungen Jahren Krankheiten, die frühestens im Alter auftreten sollten.'

Umstellung der Gewohnheiten

Wichtig sei es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Was dann nicht ausbleiben dürfe, sei eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. 'Ziel ist es, die Mobilität zu erhalten und Osteoporose zu vermeiden.' Sport sei wichtig, denn durch Bewegung werde die Durchblutung verbessert, der Nährstofftransport erhöht und der natürliche Knochenabbau verringert. Allerdings sei nur eine sportliche Betätigung ohne große 'Impulsbelastung' sinnvoll.

'Fußball spielen eignet sich aufgrund der schnellen Stöße und Wendungen nicht', so Eßlinger. Sämtliche Extrembewegungen der Gelenke sollten vermieden werden. Gleichmäßig rhythmische Bewegungen und geringe Bewegungsenergie finde man beim Nordic Walking, Radfahren, Aqua-Jogging, Langlauf, Inline-Skating, Rudern, Kraul- und Rückenschwimmen und bei der Gymnastik. Bergläufe und harter Untergrund erhöhten die Gelenkbelastung.

'Sport schützt vor Arthrose. Wer regelmäßig Sport treibt, kann Knorpelschäden vermeiden', so Eßlingers Aussage. Aus seiner Sicht spricht nichts gegen Bewegung mit künstlichen Gelenken – 'ganz im Gegenteil'.

Es gelte: 'Erlaubt ist alles, was Spaß macht.' Ein überaus positiver Nebeneffekt von Sport sei ein gesteigertes Selbstbewusstsein und eine deutlich bessere Stimmung. Nicht selten helfe Bewegung auch gegen Depressionen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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