Ermittlung
Memminger Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl gegen Serieneinbrecher (43 und 46): Über 160.000 Euro Beuteschaden

Kleine Ursache, große Wirkung: Nur weil einem Anwohner im November 2015 bei Rottweil ein Auto aufgefallen war, das nicht in das betreffende Wohngebiet passte und er das Ganze der Polizei meldete, wurde letztlich eine große süddeutsche Einbruchsserie mit 55 Taten aufgeklärt.

Schwerpunkte waren auch das Ober- und Unterallgäu. In Baden-Württemberg lag der Fokus auf dem Raum Heidenheim, Biberach und dem Alb-Donau-Kreis.

Die mutmaßlichen Täter, zwei Serben, sitzen inzwischen in U-Haft, einer der beiden hat ein Teilgeständnis abgelegt. Sie sollen Geld und Schmuck im Wert von 160 000 Euro erbeutet haben, dazu haben sie Sachschaden in Höhe vom mehreren zehntausend Euro angerichtet. Geschnappt wurden sie am 27. Januar auf frischer Tat bei einem Einbruch in Ehingen.

Stolz präsentierten der Kemptener Polizeipräsident Werner Strößner und sein Ulmer Amtskollege Christian Nill gestern Morgen in Biberach das Ermittlungsergebnis. Denn es basiere auf einer Besonderheit: Der Fall wurde von der sechs- bis zehnköpfigen Ermittlungsgruppe 'Feuersee' aufgeklärt, die sich aus Beamten aus Bayern und Baden-Württemberg zusammensetzt.

Grundlage dafür sei eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Bundesländern, die im Juli 2015 von den jeweiligen Innenministern unterzeichnet worden war.

Es handelt sich um den immerhin zweiten großen württembergisch-bayerischen Kooperationserfolg: Die länderübergreifende Ermittlungsgruppe 'Schwaben' hatte eine vierköpfige serbische Truppe geschnappt, die im Großraum Ulm/Neu-Ulm 80 Einbrüche begangen hatte. Drei der vier Täter sind schon zu Haftstrafen verurteilt worden.

Strößner verwies auf die Bedeutung der Hinweise aus der Bevölkerung: 'Oft kundschaften die professionell vorgehenden Täter Wohngebiete vorher aus.' Dem Zeugen aus Rottweil war ein Fahrzeug aufgefallen, das langsam durch das Wohngebiet fuhr, offenbar um das Terrain zu sondieren.

Der Hinweis brachte die Fahnder auf eine bestimmte bedeutende Fährte, viel Recherchearbeit fand dann im Hintergrund statt. Die Wirkung eines solchen Hinweises stelle sich manchmal erst nach Monaten ein.

'Man sollte nicht zögern, im Verdachtsfall die 110 zu wählen', sagt Strößner. Zwar bestünde in der Bevölkerung eine gewisse Scheu, die Polizei anzurufen. Ein Hinweisgeber müsse aber nichts befürchten. 'Diese Tipps sind für uns zum Teil unglaublich wichtig, um Täter- und Bewegungsprofile zu erstellen.'

Die beiden Männer vom Balkan waren in erster Linie über Terrassentüren und Erdgeschossfenster eingebrochen. Haus- und Kellertüren interessierten Einbrecher immer weniger. Bei der Polizei wird derzeit mit einer gewissen Freude registriert, dass die Zahl der Einbrüche steigt, die erfolglos abgebrochen werden – weil viele Hausbesitzer ihre Fenster und Türen besser gesichert haben.

Nill und Strößner sind sich sicher, dass die Einbruchsserie der Serben sogar noch über die besagten 55 Fälle hinaus geht. Inwieweit, das müssten die weiteren Ermittlungen noch offenbaren.

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