Special Winter SPECIAL

800 Tonnen Streusalz
Memminger Bauhof geht gut vorbereitet in die Wintersaison

Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl erklären die Vorteile des Kombistreugeräts, das mit 6.200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.
  • Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl erklären die Vorteile des Kombistreugeräts, das mit 6.200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.
  • Foto: V. Weyrauch/Pressestelle Stadt Memmingen
  • hochgeladen von Eileen Schwaninger

Der Winter ist da. Und mit ihm Eis und Schnee. Um die Straßen und Wege in Memmingen und den Stadtteilen davon zu befreien, ist auch in diesem Jahr der Memminger Bauhof bestens vorbereitet. „Für ihren unermüdlichen Einsatz im Winter danke ich dem Team des Räumdienstes. Wenn viele noch schlafen, sind sie bereits unterwegs, um die Straßen und Wege sicherer zu machen“, betont Markus Geikl, Leiter des Bauhofs.

Mit circa 800 Tonnen Streusalz, davon 150 Kubikmeter im Silo, 31 Räumfahrzeugen und bis zu 49 Handräumern stehen genug Streumittel, Maschinen und Personal bereit, um die Verkehrs-, Rad- und Fußwege im Memminger Stadtgebiet schnee- und eisfrei zu halten. Insgesamt ist der Bauhof für etwa 280 Kilometer Straßen und rund 100 Kilometer Rad- und Fußwege zuständig. Deswegen wirbt Geikl um Nachsicht: „An schneereichen Tagen können wir trotz des hohen Aufgebots an Personal und Räumfahrzeugen nicht überall zugleich räumen und bitten dafür die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.“

Um drei Uhr starten die ersten Mitarbeiter 

Damit bis 6:30 Uhr alle wichtigen Straßen und Wege befahr- und begehbar sind, muss früh gehandelt werden. Bereits um drei Uhr machen sich die Mitarbeiter der Streckenkontrolle deswegen an die Arbeit. Je nach Wetterlage informieren sie ihre Kollegen, die dann um circa vier Uhr mit den Räumfahrzeugen anfangen, die Straßen zu räumen und streuen. Ab fünf Uhr werden sie von den Handräumern unterstützt.

Die Gebiete werden in Dringlichkeitsstufen eingeteilt. So werden zunächst Hauptverkehrsstraßen und Knotenpunkte, wie die Bismarckstraße als Zugang zum Klinikum oder der Tiroler Ring, gefährliche Straßenabschnitte und Steigungen geräumt. Erst wenn sie von Schnee befreit sind, kommen Nebenstraßen und Wohngebieten an die Reihe.

„Um die Umwelt zu schonen, wenden wir die Feuchtsalz-Methode an“, äußert sich der Leiter des Bauhofs erfreut. Seit vier Jahren kann der Memminger Bauhof 8.000 Liter mit seiner neuen Anlage innerhalb weniger Stunden herstellen. Einige Schneepflüge können zusätzlich zum Streusalz auch die sogenannte Sole laden. Diese Kombistreugeräte haben neben einem Behälter für Trockensalz auch einen großen Tank für die Sole. „Je nach Straßenlage wird entschieden, ob Salz oder Sole gestreut wird. Hat es viel geschneit, ist normales Streusalz effektiver. Ansonsten bringt Sole den Vorteil mit, dass sie sparsamer anzuwenden ist, besser haftet und dadurch oftmals schneller wirkt“, erklärt Martin Ender, Kombistreugerätfahrer beim Memminger Bauhof.

An Grundstück angrenzende Gehwege selber räumen

Aber nicht nur das Team des Bauhofs ist gefragt, wenn Schnee fällt. Auch die Memmingerinnen und Memminger sind dazu angehalten, die an ihr Grundstück angrenzenden Gehwege zu räumen. Ab 7 Uhr an Werktagen und ab 8 Uhr an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen gilt die sogenannte Räum- und Streupflicht. Bis 20 Uhr muss so oft geräumt werden, dass niemand durch Glätte oder Schnee gefährdet wird. Denn sollte jemand auf einem ungeräumten Weg stürzen und sich verletzten, stehen ihm Schmerzensgeld und Schadensersatz zu.

Wer seiner Räumpflicht nicht nachkommen kann, weil er bei der Arbeit, krank, verreist oder körperlich dazu nicht in der Lage ist, hat für eine Vertretung zu sorgen. Wenn dies nicht der nette Nachbar übernimmt, kann man einen Hausmeisterdienst beauftragen. Außer dem Gehweg müssen Anlieger auch den Weg zum Haupteingang und bei Wohngemeinschaften den Weg zu den Mülltonnen, Stellplätzen und Garagen räumen.

Lagern sollte man den Schnee auf dem eigenen Grundstück. Er gehört keinesfalls auf die Straße, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen. Zudem sollten die Einlaufschächte für das Wasser freigehalten werden, um ein Abfließen bei Tauwetter zu gewährleisten. Schnee darf auch nicht in Gewässer geschoben werden, da er mit Salz verunreinigt sein könnte oder zu große Brocken zu Aufstauungen führen könnten.

Des Weiteren gilt es zu beachten, dass das Ausbringen von Streusalz nur in absoluten Ausnahmezuständen wie bei besonderer Glättegefahr oder bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen wie Blitzeis in so geringen Mengen wie nötig zulässig ist. Ansonsten ist es verboten. Ätzende oder umweltschädliche Stoffe dürfen nicht genutzt werden. Als Streugut empfiehlt Geikl Anliegern, Sand oder Splitt zu verwenden, aber auch das in Maßen und nur, wenn unbedingt nötig.

Schon vor Einbruch des Winters stellten die Mitarbeiter des Bauhofs Schneezäune von insgesamt 5.600 Metern Länge und etwa 90 Kisten mit Streusalz an verschiedenen Stellen im gesamten Stadtgebiet auf.

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