Porträt
Maxi Schafroth kehrt der sicheren Bank den Rücken

Es war ein Abschied auf Raten. Sieben Jahre lang hat Maxi Schafroth in einer Münchner Bank gearbeitet. Doch seine wahre Berufung war eine andere, das hat er schnell gemerkt. Der schmächtige Bauernsohn aus dem Unterallgäuer Dörfchen Stephansried wollte lieber vor Publikum stehen, als hinter einem Schreibtisch. Wollte lieber Späße machen, als die Bonität von Unternehmen prüfen. Erst ließ er sich auf Teilzeit zurückstufen, dann beurlauben. Vor ein paar Wochen hat er sich ganz abgenabelt und der (sicheren) Bank den Rücken gekehrt. Maxi Schafroth, 25 Jahre alt, ist nun freischaffender Schauspieler und Kabarettist.

Eigentlich erstaunlich, welche << Karriere >> Maxi Schafroth hingelegt hat. Vor zwei Jahren kannte ihn im Allgäu noch so gut wie niemand, jetzt füllt er mühelos große Säle. Der nächste Auftritt in der Kultbox in Kempten in sechs Wochen ist schon ausverkauft.

Er tat sich schwer, im Allgäu vor die Leute zu treten. << Ich hab mich nicht getraut >>, sagt er und schiebt ein helles Lachen nach, wie so oft, wenn er Dinge sagt, die sich komisch anhören.

In München war das anders. Kaum hatte er im Jahr 2007 die Schauspielschule beendet hatte, die er parallel zum Job in der Bank besuchte, stellte er sich auf die Bühne und begann mit seinen lustigen Erzählungen, die er irgendwie zwischen Hochdeutsch und Allgäuer Dialekt (den er übrigens auch im privaten Gespräch pflegt) vortrug.

Von der Bankenwelt mit ihren kuriosen Auswüchsen ließ er sich genauso inspirieren wie von der bäuerlichen Lebenswelt. Die Großstadt München, wo er auch weiterhin wohnen wird, nahm er ebenso aufs Korn wie das ländliche Allgäu.

Nach Auftritt in Ottis Schlachthof kamen viele Anfragen

Ersten Auftritten vor Bankleuten folgten bald Engagements in den etablierten Schwabinger Kabarett-Clubs wie << Heppel & Ettlich >> oder der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Maxi Schafroth hatte eine Art kabarettistischer Marktnische entdeckt.

Der Gipfelpunkt dieser ersten Phase und zugleich der Startschuss für die zweite Phase war ein Auftritt in Ottfried Fischers Fernseh-Sendung << Ottis Schlachthof >>. Das war 2009. Danach kamen viele Anfragen für Auftritte. In der Folge entstand sein erstes Soloprogramm << Faszination Allgäu.

>> Für den Kaufbeurer Filmemacher Leo Hiemer, der im letzten Sommer mit Schafroth eine Hirnbein-Dokumentation drehte, ist der Unterallgäuer ein << absoluter Glücksfall >>. Einer der Witz und Charme besitze und junge wie ältere Leute anspreche.

<u>Ein all-in.de-Video mit einem Auftritt von Maxi Schafroth in Ottobeuren sehen Sie hier</u>.

Das Allgäu wird Schafroth nicht so schnell zurückbekommen - auch wenn er theoretisch einmal den elterlichen Bauernhof übernehmen könnte. Er hat Geschmack gefunden an der großen weiten Welt. Am Kabarett. Und vor allem am Film.

Er schwärmt von den Dreharbeiten mit Starregisseur Macus H. Rosenmüller (<< Wer früher stirbt, ist länger tot >>) , der ihn in seinem neuen Streifen << Der Sommer der Gaukler >> einen aus dem Allgäu stammenden Revolutionär spielen lässt.

Zweifel an der Entscheidung, künftig als freischaffender Künstler zu arbeiten, beschleichen ihn nicht. Er fühle eine große Sicherheit, sagt Maxi Schafroth. << Nur wenn ich so lebe, kann ich glücklich sein. >> Gerade sucht er eine größere Wohnung in München. << Etwas, wo auch mein Klavier reinpasst. >>

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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