Verkleidung
Last-Minute-Faschingskostüm selber basteln? Die Gewandmeisterin vom Landestheater Schwaben gibt Tipps

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Wir sind mitten in der Faschingszeit. Wer jetzt noch auf die Schnelle ein Kostüm besorgen will, hat ein Problem: Alle guten Verkleidungen sind schon ausverkauft oder einfach zu teuer für nur einen Ball. Schnell noch was basteln ist da immer eine gute Idee. Christin Kriener, 30, kennt sich mit Verkleidungen aus. Wir haben uns bei der Gewandmeisterin vom Landestheater Schwaben ein paar Tipps geholt.

Wir sind zu Besuch im Landestheater Schwaben in Memmingen. Im ersten Stock öffnen wir eine riesige, schwarze Tür. Dahinter befindet sich die hauseigene Schneiderei des Theaters. Drei Frauen sitzen an ihren Nähmaschinen und nähen fleißig an Bühnenkostümen herum. Überall stehen rollbare Kleiderständer. Tüllröcke hängen hier neben einem Superman-Kostüm und ein paar Bademänteln. Mittendrin ist Christin Kriener. "So kurz vor einer Premiere geht es hier immer recht hektisch zu", sagt die gelernte Schneiderin und lacht.

Sie selbst näht nicht nur fürs Theater, sondern auch privat sehr viel. Zum Beispiel im Fasching Kostüme für ihren kleinen Sohn. Man muss aber kein besonderes Näh-Talent haben, um sich auf die Schnelle ein tolles Faschingskostüm zu basteln. Sogar Kriener als Profi meint: Wer keine Nähmaschine hat, oder was das Nähen angeht nicht so begabt ist, der kann auch einfach auf Kleber zurückgreifen. "Für eine Verkleidung, die nur einen Ball und nicht gleich ein ganzes Bühnenstück überstehen muss, ist das völlig ausreichend."

Materialien gibt's auch im Baumarkt

"Es lohnt sich immer, für ein individuelles Kostüm, in einen Stoff- oder Bastelladen zu gehen. Oder auch ruhig mal in den Baumarkt." Richtig gehört: Baumarkt. "Man glaubt gar nicht, was für tolle Sachen es dort gibt", sagt Christin Kriener. Bast für Baströcke, Luftpolsterfolie, Fadenvorhänge, Mülltüten oder Holzperlen kann man bestens zum Kostüme basteln verwenden. "Einfach mal verrückt und kreativ sein." Aus einem Fadenvorhang wird so ganz schnell mal ein Haremsrock. Noch ein Glitzertop und einen Schleier dazu – und schon kann man als orientalische Tänzerin den Ball erobern.

Unserem Model Anna scheint's zu gefallen. Sie fühlt sich wohl in dem Kostüm und schwingt anmutig die Arme in der Luft wie eine Prinzessin aus 1001 Nacht. Christin Kriener zupft noch den Rock in Form und zeigt uns, wie man mit einem zusätzlichen Band am Saum ganz einfach ein paar bunte Bänder zwischen den Fäden befestigen kann. "Bänder in verschiedenen Farben aus Samt oder Satin kann man für Kostüme immer brauchen. Am besten hält man sich einen Vorrat an Pailletten, Federn, Bändern und Stoffresten zu Hause. Dann hat man kurzfristig immer was da."

Umhänge sind genauso einfach selbst zu machen: "Mit einem Umhang kann man alles sein. Ein Zauberer, ein Superheld, eine Hexe, da hat man viele Möglichkeiten." Einfach einen schönen Stoff raussuchen, einen Halbkreis ausschneiden, dann noch ein Band dran – und fertig. "Den Umhang kann man auf ganz viele Arten verzieren", sagt die 30-jährige studierte Gewandmeisterin,"zum Beispiel mit Sternen oder Glitzersteinen oder vielleicht auch mit einem Emblem für Zorro oder Superman".

Auf den letzten Drücker im Kleiderschrank wühlen

Diejenigen, die in allerletzter Minute noch schnell eine Faschingslösung brauchen, sollten sich einfach zu Hause mal genauer umschauen. Oft finden sich nämlich sogar im eigenen Kleiderschrank Klamotten, die man ganz leicht umgestalten kann. Egal ob alte Schlaghosen, bunte Socken oder Hippie-Oberteile – alles was auffällt, ist für ein Faschingskostüm bestens geeignet.

Eines, sagt Christin Kriener, ist besonders wichtig: "Das gewisse Kostüm hat auch das gewisse Etwas." Ein bisschen Kreativität ist also schon gefragt und man sollte auch keine Angst haben, sich was zu trauen. "Im Fasching ist einfach alles erlaubt", sagt sie und lächelt. Dann verschwindet sie wieder zwischen den Tüllröcken und Bademänteln. Die Bühnenkostüme für die anstehende Premiere müssen noch rechtzeitig fertig werden.

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