Bahnverkehr
Keine Rückkehr zum Einstundentakt in Aitrach

Manchmal sind es gute, manchmal weniger gute Nachrichten, die unter dem Tagesordnungspunkt 'Bekanntgaben und Verschiedenes' in den Aitracher Gemeinderatssitzungen verkündet werden. In der jüngsten Sitzung berichtete Bürgermeister Thomas Kellenberger über eine aus seiner Sicht weniger Gute. Dabei ging es um ein Schreiben von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann an den Aitracher Gemeindechef zum Thema 'Haltezeiten der Deutschen Bahn in Marstetten-Aitrach'.

Eine Rückkehr zum Einstundentakt sei demnach nach der Erweiterung auf zwei Stunden im Jahre 2005 momentan leider nicht zu verwirklichen. Man habe erkannt, dass die Fahrgastnutzung im Raum Aulendorf, Bad Waldsee, Kißlegg, Wangen und Leutkirch angestiegen sei.

Daher werde man zusätzlich 80 000 Zugkilometer pro Jahr beim Land bestellen und für diese Orte wieder den Einstundentakt einführen. Für die Herstellung des Einstundentaktes zwischen Memmingen über Leutkirch nach Kißlegg wären weitere 300 000 Zugkilometer zu bestellen.

Dies scheitere momentan an der Finanzierung, zudem sei angesichts der 'komplizierten tariflichen Situation' zwischen Memmingen (Bayern) und Leutkirch (Baden-Württemberg) nicht unbedingt ein Fahrgastzuwachs zu erwarten, heißt es in dem Schreiben.

Gemeinderäte unzufrieden

Mit diesen Argumenten konnten sich einige Räte nicht anfreunden. Zum einen bezeichneten sie die aufgeführten 300 000 Kilometer als 'zu hoch gegriffen', zum anderen sprachen sie sich für die Einführung des Einstundentaktes zumindest zu Stoßzeiten aus. Aus ihrer Sicht könnte 'eine Nachfrage zu Schulbeginn ein Ansatz sein', da in dieser Zeit die Fahrgastzahlen erheblich nach oben gehen würden.

Man dürfe nicht locker lassen und müsse sich mit den umliegenden Kommunen, insbesondere mit der Stadt Memmingen, abstimmen, so die Meinung im Gremium. 'Da werde ich demnächst mit Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger drüber reden', so das Versprechen des Aitracher Gemeindechefs.

Ein Bild vor Ort möchte sich Verkehrsminister Hermann am Freitag, 9. Dezember, machen. Gemeinsam mit geladenen Gästen will er mit der Allgäubahn die Bahnhöfe entlang der Strecke Friedrichshafen-Ulm besuchen. Auch Bürgermeister Kellenberger wird an der Fahrt teilnehmen. Er will die Gelegenheit nutzen, um beim Minister das Thema nochmals zur Sprache zu bringen.

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