Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Flughafengesellschaft hat kein Interesse mehr
Kaufgesuch zurückgezogen: Kein Amazon-Verteilzentrum am Allgäu Airport

Kein Amazon-Verteilzentrum in Memmingen: Der Allgäu Airport hat sein Kaufgesuch zurückgezogen.
  • Kein Amazon-Verteilzentrum in Memmingen: Der Allgäu Airport hat sein Kaufgesuch zurückgezogen.
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild / Soeren Stache
  • hochgeladen von Holger Mock

"Mit dieser Art von Widerstand haben wir nicht gerechnet", stellt die Beiratsvorsitzende der Allgäu Airport GmbH & Co. KG (AAP) Bettina Kurrle in einer Pressemitteilung fest. Die AAP  hat kurzfristig ihr Kaufgesuch zurückgezogen, Grundstücke der "Gewerbepark am Allgäu Airport GmbH & Co. KG" (GAP) auf dem Areal des Flughafens zu erwerben. Auf den Grundstücken mit einer Gesamtfläche von rund vier Hektar Fläche hätte ein Verteilzentrum des Online-Handelsunternehmens Amazon eingerichtet werden sollen. 

Rückzug kurz vor der entscheidenden Stadtratssitzung

Mit dem Rückzug ist das Thema laut einer Pressemitteilung der Stadt auch von der Tagesordnung im Memminger Stadtrat gestrichen. Die Entscheidung hätte am Montag im Stadtrat fallen sollen. Allgäu-Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid ist dem jetzt zuvorgekommen und hat die an der GAP beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften über diese neue Entwicklung informiert. Die Stadt Memmingen verfügt an der GAP über einen Gesellschafteranteil von 13,78 Prozent.

Allgäu Airport will das Projekt woanders verwirklichen

"Vom Verkauf hätten zu 75 Prozent die an der Gesellschaft beteiligten Gebietskörperschaften profitiert", betont Bettina Kurrle. Die AAP ist vom Projekt Amazon-Verteilzentrum weiterhin überzeugt und möchte es an anderer Stelle verwirklichen, und zwar "auf einem Areal, das sich schon immer im Besitz des Airports befindet", ergänzt Bettina Kurrle. Gerade in Zeiten der Pandemie sei eine Diversifizierung des Geschäftsmodells des Flughafens notwendig.

Viel und emotional diskutiertes Projekt

Das Projekt war von Anfang an umstritten. Kritiker befürchten, dass der Betrieb eines Verteilzentrums des Online-Marktplatz-Riesen Amazon falsche Signale sendet und so mit dafür sorgt, dass Innenstädte weiter ausbluten. Zuletzt hatte sich die Allgäuer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl (DIE LINKE) vehement gegen das Amazon-Verteilzentrum gestellt.

Allgäu Airport: Arbeitsplätze "für bis zu 200 Beschäftigte im Zentrum"

"Während an mehreren Orten in Deutschland und in Bayern Verteilzentren dieser Art problemlos gebaut und auch von Kommunalpolitikern begrüßt wurden, entwickelte sich in und um Memmingen eine lebhafte Diskussion", so der Allgäu Airport in seiner Pressemitteilung. Zuspruch habe das Projekt erst kürzlich von der Agentur für Arbeit Kempten- Memmingen erhalten. In der Region hätten demnach auch Menschen ohne oder mit geringer Ausbildung durch Arbeitsplätze bei Amazon eine neue Chance erhalten. In Spitzenzeiten sollten bis zu 200 Beschäftigte im Zentrum arbeiten und bis zu 600 weitere bei Lieferpartnern.

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