Beschluss
Ja zu Austritt aus Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach

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Nur ein Punkt stand auf der Tagesordnung des Wolfertschwender Gemeinderats, «aber die Entscheidung ist weitreichend», sagte Bürgermeister Karl Fleschhut. Am Ende der Sitzung war klar: Wolfertschwenden will versuchen, aus der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bad Grönenbach auszutreten. Wie berichtet hat das Gremium mit elf zu zwei Stimmen beschlossen, beim Bayerischen Innenministerium einen entsprechenden Antrag zu stellen. Dagegen sprachen sich Heinrich Pfister und Andreas Baumeister aus. Der Abstimmung waren «intensive Beratungen» vorausgegangen, so Fleschhut. Er freute sich über den «demokratischen Beschluss», der als «eindeutig» gewertet werden könne.

«Die Welt wird immer globaler und der Trend zu größeren Einheiten steigt», so Fleschhut. In vielen Bereichen führe das aber zu einem «deutlichen Verlust der emotionalen Bindung». Dabei sei der Gemeinde gerade das wichtig. Auch wenn die eigene Verwaltung sicher nicht billiger werde: «Sie wird verbessert, vereinfacht und in die richtigen Hände gelegt», so Fleschhut, der auf längere Öffnungszeiten des Bürgerbüros sowie Ansprechpartner vor Ort verwies.

Vor fast genau vier Jahren hatte die Gemeinde bereits einen Vorstoß in Richtung eigene Verwaltung unternommen, den Antrag damals aber zu spät eingereicht. Gemeinderat Josef Harzenetter stimmte diesmal «abweichend zu 2007» für den Antrag. Er sei aber kein «Umfaller».

Vielmehr hätten sich seine Erwartungen an die VG in den vergangenen Jahren nicht erfüllt. «Es fehlte auf beiden Seiten», sagte Harzenetter. So hätten Bad Grönenbach und Woringen «kein großes Interesse» an den Problemen Wolfertschwendens signalisiert. Auf Wolfertschwender Seite habe «eine gewisse Kompromissbereitschaft» gefehlt. Aus Harzenetters Sicht hätten die «anderen Zwei» aber gewarnt sein müssen: Ihnen hätte klar sein müssen, dass die Sache nach 2007 nicht vom Tisch sein würde.

«Keine persönlichen Vorbehalte»

Auch Dr. Christian Wienand, der in Bad Grönenbach eine Arztpraxis betreibt, stimmte für den Antrag auf Ausgliederung. Es sei notwendig, vor Ort «entsprechende Verwaltungskapazitäten vorzuhalten», sagte er, betonte aber gleichzeitig, dass er «keinerlei persönliche Vorbehalte» gegen Bad Grönenbach habe. Im Gegenteil: Auch im Falle eines Austritts hofft er auf eine «gute und freundschaftliche Zusammenarbeit».

Heinrich Pfister sah in einer Ausgliederung «keine gravierenden Vorteile für die Gemeinde». Andreas Baumeister waren die Gründe «nicht triftig genug». So habe die Verwaltung in Bad Grönenbach «17 Köpfe». Bei einer Verwaltung vor Ort hätte Wolfertschwenden laut Gemeindeordnung vier Mitarbeiter, wie Baumeister erläuterte. Er sei sich nicht sicher, ob diese kleine Verwaltung das «immer größere Spezialwissen» und das Arbeitspensum aufbringen könne.

Zumal Bürger aus Niederdorf und Dietratried nach wie vor mit dem Auto kommen müssten «und dann auch gleich die paar Kilometer weiter nach Bad Grönenbach fahren» könnten.

In der Summe werde es für alle teurer, so Pfister, was einen Mehrverbrauch an Steuergeldern bedeute. Wie Baumeister bemängelte er das Versäumnis, die Bürger vor einer Entscheidung im Gremium nicht nach ihrer Meinung gefragt zu haben. Diesem Argument konnte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Zuber «nicht folgen», wie er sagte. «Wir reden und diskutieren jeden Tag mit den Leuten; wir kennen die Stimmung und hören sehr wohl in den Ort hinein», sagte er.

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