Jung und Alt unter einem Dach
Im Seniorenzentrum Bürgerstift in Memmingen wird eine Kindergartengruppe eingerichtet

Durch ein neues Projekt können Kinder und Senioren gemeinsam unter einem Dach leben und sich gegenseitig helfen. (Symbolbild)
  • Durch ein neues Projekt können Kinder und Senioren gemeinsam unter einem Dach leben und sich gegenseitig helfen. (Symbolbild)
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  • hochgeladen von Josef Brutscher

Im Seniorenzentrum Bürgerstift in Memmingen soll im Frühjahr/Frühsommer 2022 ein interessantes neues Projekt anlaufen: Eine Kindergartengruppe soll nämlich in die Alten- und Pflegeeinrichtung an der Frauenkirche einziehen. Die Idee zu dem Konzept "Mehrere Generationen unter einem Dach" kam laut einer Pressemitteilung der Stadt Memmingen aus dem Team des Bürgerstifts selbst und soll zu Beginn 15 Kindern Platz bieten.

"Kinder zaubern Senioren ein Lächeln ins Gesicht"

Die neue Kindergartengruppe ist eine Außenstelle des Stadtweiherkindergartens und wird pädagogisch einen Schwerpunkt auf die Begegnung von Jung und Alt setzen. "Mit dem Kindergarten im Bürgerstift kommen die Generationen näher zusammen. Ich freue mich über die Planung und bin gespannt, was daraus alles wachsen wird", betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder. Der Leiter des Bürgerstifts, Martin Mayer erklärte: "Bei Besuchen von Kindern in unserem Haus haben wir immer wieder festgestellt, wie positiv unsere Bewohnerinnen und Bewohner auf die Kleinen reagieren. Kinder zaubern ein Lächeln ins Gesicht der Seniorinnen und Senioren." Auch beim Amt für Kindertageseinrichtungen wurde der Vorschlag interessiert aufgenommen und gleich weiterentwickelt.

Die Ziele des Projekts

"Toleranz und Rücksichtnahme gewinnen“, "Kulturgut erhalten und weitergeben", "Sensibilität füreinander fördern und Berührungsängste abbauen" oder "das Gefühl erhalten, für jemand wichtig zu sein" sind die Ziele des pädagogischen Konzepts. So sollen Beschäftigungen wie gemeinsam gärtnern, singen oder backen möglich gemacht werden. "Dabei achten wir schon bei den Rahmenbedingungen darauf, dass das Projekt gute Voraussetzungen hat und mögliche Schwierigkeiten vermieden werden: Beginnend von einem eigenen Eingang für die Kindergartengruppe bis zur Belegung der Gruppe vor allem mit etwas älteren Kindergartenkindern", betont Bernhard Hölzle, Leiter des Amts für Kindertageseinrichtungen.

Auch Corona wurde berücksichtigt

Bei pandemiebedingt erhöhten Infektionsschutzregeln kann die Kindergartengruppe auch komplett separat für Jung und Alt sicher betrieben werden. "Hier bauen wir auf die gute Zusammenarbeit mit der Hausleitung und der Bewohnervertretung des Bürgerstiftes: Wir sind froh, dass wir von dort so aktiv unterstützt und eingeladen wurden, dieses Projekt gemeinsam anzugehen", erklärte Hölzle.

Zusätzlicher Vorteil für Beschäftigte

Für die Beschäftigten des Bürgerstifts bietet sich die Chance, das eigene Kind direkt an der Arbeitsstelle betreut zu wissen. Das könnte sich auch in Zukunft zu einem wichtigen Plus für das Bürgerstift entwickeln, wenn dringend gesuchtes Pflegepersonal die möglichen Einrichtungen bei der Wahl der geeigneten Arbeitsstelle miteinander vergleicht.

Gymnastikraum wird zum Kinderraum

Die Kindergartengruppe wird in Räumlichkeiten im Untergeschoss des Bürgerstifts ziehen, die bislang für einen Gymnastikraum gedient haben und nur wenig genutzt wurden. 104m² stehen dort für einen Gruppenraum und einen Nebenraum zur Verfügung. Die neue Gruppe bietet bis zu 15 Kindern Platz. Damit kommt die Einrichtung der neuen Gruppe dem aktuell bestehenden Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder entgegen und bietet Eltern eine neue Möglichkeit, einen Kindergartenplatz für ihre Kind zu erhalten.

Herausforderungen für die Kinderbetreuung

Einen oder noch besser den richtigen Platz für sein Kind zu finden ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr so einfach. In vielen Städten und Gemeinden fehlen nämlich Kinderbetreuungsplätze. Mit welchen Herausforderungen die Eltern und Kindergärten zu kämpfen haben hören Sie hier im Podcast.

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