Helfende Hände
Im Februar öffnet die erste Vesperkirche Südbayerns ihre Türen in Memmingen – Infoveranstaltung am 5. November

Ein Teil des Organisationsteams der Vesperkirche (von links): Diakonin Sabine Schade, Dekan Christoph Schieder und Holger Scheu, Pfarrer der Christuskirche.
  • Ein Teil des Organisationsteams der Vesperkirche (von links): Diakonin Sabine Schade, Dekan Christoph Schieder und Holger Scheu, Pfarrer der Christuskirche.
  • Foto: A. Zwibel
  • hochgeladen von Jana Pfeiffer

Memmingen (stz).

„Jeder is(s)t hier richtig!“, so lautet das Motto der 1. Vesperkirche Südbayerns, die im Februar in Memmingen ihre Türen öffnet. Neben gutem Essen und kulturellen Angeboten geht es dabei vor allem um eines: Gemeinschaft.

Doch wie sieht die Vesperkirche in der Praxis eigentlich aus? „In unserem Fall wird während der Vesperkirche der Kirchenraum der Christuskirche in einer Jahreszeit, die kalt und lang erscheint, allen Menschen als Lebensraum geöffnet, indem sie dort Menschlichkeit und Stärkung an Leib und Seele erfahren“, erklärt der evangelische Dekan Christoph Schieder. Dies bedeute ein warmes Essen in Gemeinschaft, Service- und Themenangebote, Seelsorge und Kultur für alle in einer Atmosphäre
des Willkommenseins.“

„Viele Menschen verbinden mit einer Kirche Stille, Dunkelheit, auch manchmal Ungemütlichkeit“, sagt Manuela Walcher von der Memminger Diakonie. „Wenn man aber bei einer Vesperkirche die Tür aufmacht, riecht es sofort nach gutem Essen. Überall sitzen Menschen zusammen und reden miteinander. Die Tische sind schön geschmückt und es ist einfach gemütlich.“

Zwei Wochen lang, vom 2. bis 16. Februar, öffnet die evangelische Christuskirche ihre Türen. Täglich stehen warmes Essen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen auf dem Speiseplan. Weitere Angebote gibt es kostenlos oder gegen eine kleine Spende – zum Beispiel eine Fotobox, in der Bilder für Bewerbungen gemacht werden können, eine Frisör-Ecke für einen neuen Haarschnitt oder eine kleine Nähstube. Hinzu kommen kulturelle Veranstaltungen und Gottesdienste. Abgerundet wird das Programm durch Thementage, bei denen es etwa um das Thema Existenzsicherung geht. Die warme Mahlzeit kostet zwei Euro. „Wer aber das Geld dafür nicht hat, muss auch nicht zahlen“, sagt Dekan Schieder. Niemand müsse Angst haben, sich in der Vesperkirche als bedürftig zu „outen“.

Denn willkommen ist in der Vesperkirche jeder. „Es gibt viele Bedürftige Menschen in Memmingen. Dabei sprechen wir allerdings nicht nur von den Menschen, denen es an finanziellen Mitteln fehlt, sondern auch von all jenen, die emotional bedürftig sind – weil ihnen Ansprache und Kontakte fehlen. In erster Linie geht es bei der Vesperkirche um die Gemeinschaft am Tisch“, sagt Manuela Walcher.

Bei dem Projekt handle es sich aber um keine Armenspeisung. Vielmehr solle die Vesperkirche vor allem Strukturen aufbrechen und Menschen aus allen Richtungen ein Stück näher zusammenbringen. „Es geht darum, dass Leute miteinander an einem Tisch essen, die sonst vielleicht nicht zusammensitzen würden“, fasst Schieder zusammen.

Der Vorstand der Memminger Diakonie, Stefan Gutermann, betont, dass das Angebot nicht nur Christen offen stehe: „Die Vesperkirche soll breit über die Kirche hinaus wirken. Auch hin zu anderen Religionen und Kulturen.“

Wer hilft mit?

Ein richtiges „Mammutprojekt“: „Nur mit einem Team aus circa 200 ehrenamtlich Mitarbeitenden lassen sich unser tägliches Angebot und die angestrebten Hilfeleistungen verwirklichen“, erzählt Holger Scheu, Pfarrer der Christuskirche und einer der drei Träger der 1. Vesperkirche in Memmingen.

Das Team der Vesperkirche lädt deshalb am Dienstag, 5. November, um 10, 14.30 und 19.30 Uhr alle Interessierten, die das Vesperkirchen-Projektteam mit ein paar ehrenamtlichen Stunden unterstützen möchten, zu Info-Veranstaltungen in die Christuskirche (Schweitzer Straße 21) ein. „Jede und Jeder kann sich im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten einbringen, denn der zeitliche Aufwand richtet sich ganz nach dem eigenen Ermessen“, erklärt Diakonin Sabrina Schade, die den Bereich Ehrenamt in der Vesperkirche betreut. „Egal, ob man dabei an einem Tag ein paar Stunden, oder auch öfters während der 15 Tage Vesperkirche helfen will – Jede und Jeder ist herzlich willkommen!“

Bei der Informationsveranstaltung gibt es die Chance, die Vesperkirche – den Ort und die Menschen dahinter – kennen zu lernen und mehr über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen „Begegnung“, „Rund ums Essen“, „Logistik“ und „Serviceangebote“ zu erfahren. „Wer, wenn nicht wir“, ist sich Oberbürgermeister Manfred Schilder, einer der beiden Schirmherren der 1. Vesperkirche Memmingen, sicher, „schafft es dieses großartige Projekt umzusetzen. Dafür ist nur ein bisschen Herzblut, Großzügigkeit und Mitmenschlichkeit von uns nötig.“

Alle Infos zum Thema Ehrenamt können Sie gerne unter ehrenamt@vesperkirchememmingen.de erfragen. Träger des Projekts Vesperkirche in Memmingen sind die Christuskirche, die Diakonie und die Gesamtkirchengemeinde Memmingen. Schirmherren sind der Kabarettist Maxi Schafroth und Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder.

Autor:

Jana Pfeiffer aus Memmingen

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