Ausstellung
Haertles Metallfarbenspiel in Schloss Lautrach

Als gelernter Restaurator und Kunsthistoriker hat Dr. Clemens Maria Haertle sein Leben leidenschaftlich der Kunst verschrieben.

'Kunst', so sagt er, 'war in meinem Leben schon immer Ausgleich und Antrieb.' Die Begeisterung für sein Schaffen merkt man ihm auch in seinem Vortrag im Management Centrum Schloss Lautrach an. Dort, wo er noch bis März mit der Ausstellung 'Metallfarbenspiel' präsent ist, erläuterte er die Technik und Arbeitsphilosophie seiner Werkstücke mit starkem Hang zu Metallen und Metallgestaltung.

Als Restaurator hat Haertle die Schönheit der Metallpatina erkannt – die er doch wieder in den Neuzustand versetzen sollte; also zerstören musste. Das brachte ihn auf die Idee, mit Metall und Oxidation zu arbeiten.

Aber nicht monochrom, denn sein Ansporn ist es, eine kontrollierte Oxidation an verschiedenen Stellen seiner Bilder zu erreichen – und diesen Zustand dann für immer zu fixieren. Ein schwieriges Unterfangen, doch nach vielen, auch frustrierenden Rückschlägen fand er einen Weg, seine Idee umzusetzen – wie die Alchemisten des Mittelalters.

Seine so geschaffenen Bilder vermitteln je nach Tageslicht und je nach Betrachtungswinkel einen immer wieder anderen, schillernden Farbeindruck. Dieser Eindruck machte Haertle nach Tiefe suchen. Deshalb begann er, Kästen mit mehreren Schichten aus Holz zu bauen, die farbig beleuchtet und mit Silber oder Gold ausgelegt an der Wand hängen.

Und für ihn, im Sinne Adornos, eine Schnittstelle zwischen Skulptur und perspektivischer Malerei darstellen. Haertles Ansinnen ist es dabei, kontemplative Räume zu erschaffen, nicht schreiend sollen seien Bilder sein, sondern Stille, Brisanz und Tiefenwirkung erzeugen.

Farbe tritt in den Hintergrund

Farbe trete bei ihm in den Hintergrund, sagt der Künstler. Metall und Oxidation sei seine Leidenschaft. Und dieser Ansatz ist sein ureigener. Es ist quasi die Umkehrung der Restauration von mittelalterlichen Tafelbildern, die sich Haertle zur Aufgabe gemacht hat. Die Themen, die er mit dieser Technik beschreiben will, fliegen ihm dabei scheinbar zu. Als Optimist folge er nicht dem Weg des Vergänglichen, sondern suche nach Chancen, betont er.

Wie bei der kontrollierten Fixierung der Oxidation mit einem Speziallack, so kontrolliert er auch die Beleuchtung seiner neueren Bilder mit programmierten LED-Schlangen, die er in eine Ecke hinter einer präsenten Holzblende fast unsichtbar montiert: Das Licht als Faktor der Bildgestaltung.

Diese Technik findet man in seinen neusten Bildern, den 'cutis arboris', Baumhautbildern, die sich ganz oben im Rokkokotheater von Schloss Lautrach befinden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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