Klinikneubau
Gesundheits- und Hochschulcampus: Kann man in Memmingen bald Medizin studieren?

Inmitten von Wohngebieten: Neun Stockwerke, viele Gebäude, zahlreiche Anbauten und doch zu wenig Platz: in Memmingen soll ein neues Klinikum gebaut werden.
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  • Inmitten von Wohngebieten: Neun Stockwerke, viele Gebäude, zahlreiche Anbauten und doch zu wenig Platz: in Memmingen soll ein neues Klinikum gebaut werden.
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In Memmingen soll ein neues Klinikum gebaut werden. Soll es am "IKEA-Areal"  neben dem Autobahnkreuz entstehen? Oder kommt doch eher das Grundstück "am Vogelsbrunnen" in der Nähe der Autobahnabfahrt Memmingen-Ost in Frage?  

Der Altbau: schlechte Parksituation, wenig Platz

Stark kritisiert wird in der Öffentlichkeit zum einen der marode Bau mit wenig technischen und technologischen Ausbaumöglichkeiten und vor allem die Parkplatzsituation: ein einziges und zu kleines Parkhaus für Besucher und Mitarbeiter zugleich. Vor allem sorgt der Parkverkehr immer wieder für Ärger bei Anwohnern in den Seitenstraßen der umliegenden Wohngebiete. Das jetzige Klinikgebäude wird und wurde während des laufenden Betriebs ständig saniert und erweitert, doch jetzt geht der Platz aus. Beispielsweise wurde im Februar 2019 die Internistische Intensivstation erweitert. Auch bekamen die Notfallklinik und die Kinderklinik Erweiterungen.

Klinik-Neubau: Laut SPD-FDP-Stadtratsfraktion ein "Leuchtturmprojekt"

Wie kann ein Neubau des Memminger Klinikums aussehen? Und in was für einem Umfang soll gebaut werden? Die Memminger SPD- und FDP-Stadtratsfraktion fordert in einem Antrag an den Stadtrat die Planung eines "Gesundheits- und Hochschulcampus", das aus Klinikum, Hochschule und medizinischem Gewerbe besteht. Denn laut SPD gibt es über Gesundheits- und Pflegemanagement bis hin zu Hebammenkunde oder Bewegungswissenschaften aktuell 89 Studienfächer mit 757 Studiengängen. Der Neubau sei ein "Leuchtturmprojekt, dessen Bedeutung für Memmingen und Umgebung äußerst hoch einzuschätzen ist", so die Stadtratsfraktion in ihrem Antrag. 

Wie geht es in Memmingen weiter in Sachen Klinikum?
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Hochschule: CRB und Grüne sehen Chancen für junge Menschen

Die Stadt Memmingen ist aktuell das einzige Oberzentrum in Bayern ohne staatliche Hochschuleinrichtung. Auch der Christliche Rathausblock Memmingen (CRB Memmingen) begrüßt die Idee einer eigenen Hochschule: Stadtratsmitglied und Jugendreferent Bastian Dörr sieht mit solch einer Einrichtung Chancen für die junge Generation. Joachim Linse von den Grünen meint hierzu auf Nachfrage von all-in.de: "Wenn man auf dem ehemaligen Ikea-Areal so etwas verwirklichen könnte, wäre das traumhaft: Zum einen behält das junge Leute hier und zum anderen macht es die Stadt für auswärtige junge Erwachsene attraktiv. In jedem Fall sollten solche Möglichkeiten genutzt werden." Laut Klinikvorstand Mai könnte neben dem Klinikum auf dem neuen Gelände in jedem Fall ein Gesundheitscamp entstehen - mit Krankenpflegeschule, Ärztehaus, Apotheke sowie Wohnheimen für Mitarbeiter.

Zahlen und Fakten zum Memminger Klinikum

Das Klinikum Memmingen ist ein "Haus der Schwerpunktversorgung" und mit seinen 500 Betten und 14 medizinischen Fachabteilungen das zweitgrößte Krankenhaus in Schwaben. Im vergangenen Jahr wurden laut Klinikum über 70.000 Patienten ambulant, sowie knapp 24.000 stationär versorgt. Über 2.100 Geburten fanden statt, außerdem wurden fast 5.300 Dialysen durchgeführt. Aktuell sind im Memminger Krankenhaus rund 1.800 Mitarbeiter angestellt. In der hauseigenen Berufsschule für Pflege werden im Berufsbild Pflegefachfrau/Pflegefachmann aktuell 130 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Das Einzugsgebiet des Krankenhauses ist groß: Patienten kommen aus der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu, sowie aus den angrenzenden Baden-Württembergischen Landkreisen Biberach und Ravensburg. Auch nördlich des Unterallgäus, etwa aus den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg werden Patienten nach Memmingen eingeliefert und verlegt. 

Trägerschaft

Die Trägerschaft des Klinikums hat die Stadt Memmingen. Anfang 2020 wurde das Klinikum in ein Städtisches Kommunalunternehmen umgewandelt. Jegliche Gespräche über eine Fusion, zunächst, mit den "Kreiskliniken Unterallgäu" sind gescheitert. Die Unterallgäuer Kliniken haben sich daraufhin mit dem "Klinikverbund Kempten-Oberallgäu" zum "Klinikverbund Allgäu" zusammengeschlossen. Das Memminger Krankenhaus ist laut einer Bertelsmann-Studie "mit seinen hochqualifizierten Hauptabteilungen" und den vielen "zertifizierten Zentren" als eigenständiges Haus in der Trägerschaft der Stadt Memmingen auch ohne jegliche Fusion mit irgendeiner anderen Klinik zukunftsfähig. Bastian Dörr (CRB) sieht erneuten Versuchen, dem Klinikverbund beizutreten, als nicht sinnvoll: "Wir wollen unsere Fachkräfte in Memmingen behalten und keinen Personalverkehr im Allgäu entstehen lassen." Joachim Linse von den Grünen kommentiert, solange das Memminger Klinikum in seiner jetzigen Form wirtschaftlich sei und fortbestehen könne, sei es nicht nötig, dem Verbund beizutreten. Weiter meint er, dass "die Kommunikation aufrechterhalten werden sollte, denn seitens des Verbundes sind die Türen auch nach dem Scheitern der Fusionsgespräche nicht zugeschlagen worden."

Das alte "Riesen-Gebäude" sinnvoll nutzen?

Bleibt am Ende die Frage, wenn es zum Neubau kommt, was mit dem alten Gebäude passiert.  Es wäre "durchaus denkbar", am jetzigen Standort Wohnungen zu bauen, meint Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU). Joachim Linse dazu: "Es ziehen immer mehr Menschen nach Memmingen, wir können nicht mal den jetzigen Anforderungen in puncto Wohnraum und Wohnbau gerecht werden. Fragt sich nur, was die Zukunft noch bringt." Dörr hatte die Idee eines "Multifunktionsgebäudes": zum einen Platz für Studentenwohnheime, zum anderen für Kleingewerbe, beispielsweise Fitness- und Proberäume sowie Krankengymnastik oder Physiotherapie. "In jedem Fall muss das Gebäude dementsprechend verwertet werden, dann könnte man einige Kosten damit decken".

Inmitten von Wohngebieten: Neun Stockwerke, viele Gebäude, zahlreiche Anbauten und doch zu wenig Platz: in Memmingen soll ein neues Klinikum gebaut werden.
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