Austritt aus Verwaltungsgemeinschaft
«Frieden zwischen Wolfertschwenden und Bad Grönenbach wahren»

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«Sollen die Bürger Wolfertschwendens bewusst uninformiert bleiben? Übt der Bürgermeister Druck auf seine Räte aus?» heißt es in einem Schreiben, das der MZ anonym zugesandt wurde. Der unbekannte Verfasser bezieht sich damit auf eine E-Mail, die Wolfertschwendens Rathauschef Karl Fleschhut im Anschluss an die Gemeinderatssitzung, in der über einen Entlassungantrag aus der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach abgestimmt wurde (wir berichteten), an die Gremiumsmitglieder versand hatte. Darin schreibt Fleschhut unter anderem von einer Vereinbarung zwischen den Räten, wonach «in der öffentlichen Sitzung nur unsere objektiv positiven Gründe auf Entlassung aus der Verwaltungsgemeinschaft genannt werden, um keinerlei Emotionen zu wecken».

«Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass dieses Schreiben vertraulich behandelt wird», so Fleschhut auf Nachfrage. Er betont, dass es bei dieser im Vorfeld getroffenen Vereinbarung - über die sich die Räte in Besprechungen «mehrmals» ausgetauscht hätten -, darum ging, den «Frieden zwischen Wolfertschwenden und Bad Grönenbach zu wahren».

Zwischen den Gemeinden gebe es seit Jahrzehnten etwa auf Vereinsebene «kleine Animositäten». «Wir wollten keine neue Fronten aufbauen und auch eventuelle Reibereien mit Bad Grönenbach nicht wieder aufbrechen.» Fleschhut sei für eine «anständige Trennung ohne Streit». Im Anschluss sei dann «auf verschiedenen Ebenen» wieder eine Zusammenarbeit möglich.

Die Anschuldigung des anonymen Schreibers, Fleschhut wolle die Bürger bewusst uninformiert lassen, kann der Rathauschef nicht nachvollziehen. In Vorgesprächen mit dem Gemeinderat habe er zweimal auf ein mögliches Bürgerbegehren hingewiesen, sagt er. Aber die Mehrheit habe sich dagegen entschieden - um die bereits genannten «Reibereien» zwischen den Gemeinden nicht neu zu beleben.

Auch den Vorwurf, dass «Widerständler» im Gemeinderat durch den Bürgermeister «nachhaltig gemobbt» würden, weist Fleschhut von sich: Mobbing sei für ihn etwas, was hinterrücks passiert. Er hingegen habe «mit offenem Visier» seine Meinung gesagt. Jeder dürfe natürlich eine andere Meinung haben und diese auch äußern.

«Argumente zu emotional»

Im jetzigen Fall seien ihm die Argumente der Gegner aber «zu emotional» gewesen. In der öffentlichen Sitzung habe er sich gegen die «Unterstellungen», die in seine Richtung zielten und die er als Beleidigung aufgefasst habe, nicht weiter äußern wollen, um «den Ball flach zu halten». Deshalb habe er seine Position und die Erinnerung an Absprachen nochmals in «deutlichen und klaren Worten» an die Gremiumsmitglieder via E-Mail weitergegeben. (sam)

 

Karl Fleschhut

 

Der beantragte Austritt Wolfertschwendens aus der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach sorgt hinter den Kulissen des Gemeinderats für Unmut. Das Foto zeigt das örtliche Gemeindeamt, in dem die Sitzungen stattfinden. Archivfoto: Schaupp

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