„Die Leute wollen alles richtig machen“
Fragen am Corona-Infotelefon in Memmingen: So werden sie beantwortet

Gaby Land im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.
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  • Gaby Land im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.
  • Foto: Manuela Frieß/Pressestelle der Stadt Memmingen
  • hochgeladen von Holger Mock

Seit 19. März hat die Stadt Memmingen aufgrund der Corona-Krise ein Infotelefon eingerichtet, das mögliche Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur derzeitigen Situation beantwortet. Örtlich sind die Telefonplätze in der geschlossenen Stadtbibliothek eingerichtet worden. Besetzt wurden sie mit Angestellten der Stadtverwaltung. „Die meisten die hier helfen sind Mitarbeiterinnen aus den städtischen Kitas, aber auch aus dem Personalamt und der Bibliothek“, berichtet Gaby Land, die normalerweise auch in einem Kindergarten arbeitet.

Nach der Idee von Tanja Schröck aus dem Personalamt wurden alle für das Infotelefon zusammen eingewiesen und auf den neusten Stand gebracht. Manchmal kamen pro Tag bis zu 130 Anrufe, anfangs oft zu medizinischen Fragen. Wie es möglich wäre, sich testen zu lassen, zum Beispiel. Oder welche Möglichkeiten es gäbe sich zu schützen? Dabei seien alle Telefonate stets ruhig und freundlich abgelaufen, niemand war empört oder böse über die Einschränkungen. „Es herrscht einfach eine große Unsicherheit bei allen. Und die Leute wollen alles richtig machen und sind dankbar über die Hilfestellung von uns“, fasst es Land zusammen.

Dabei sind die Fragen ganz unterschiedlich: „Ganz oft wollen die Anruferinnen und Anrufer wissen, was sie noch dürfen und was nicht.“ Darf ich mit der Familie grillen? Wer genau gehört zu meiner Familie? Kann ich in meinen Schrebergarten gehen? Oder: Ich ziehe um, darf ich zu einer Wohnungsbesichtigung nach Berlin fahren? Ebenso ist die eigentlich nicht existente Grenze zu Baden-Württemberg bei vielen wieder ein Thema. Darf ich in Memmingen einkaufen, auch wenn ich im Landkreis Biberach wohne? Was muss ich beachten, wenn ich in Kirchdorf arbeite?

Da die drei Mitarbeiterinnen auf manche Fragen oftmals nicht auf die Schnelle antworten können, gibt es Claudia Fuchs und Michaela Deriu. Die beiden fungieren quasi als Rückfallebene und recherchieren knifflige Details. Wie es zum Beispiel funktioniert in Zeiten von Corona umzuziehen, da man ja nicht einfach Freunde und Familie anrufen und loslegen kann? Oder ob man die Lebensgefährtin oder den Lebensgefährten auch sehen darf obwohl dieser in Köln oder Hamburg wohnt? Informationsbedarf besteht vor allem, wenn es um die Regelungen in anderen Bundesländern oder das Thema Pflege oder Gewerbe geht.

„Ich bin dann oft in Kontakt mit Fachämtern, wie zum Beispiel dem Ordnungsamt, um genauere Informationen zu bekommen“, gibt Claudia Fuchs ein Beispiel. Nachdem die beiden Antworten gefunden haben, werden die Mitarbeiterinnen des Infotelefons instruiert und bekommen die relevanten Inhalte zusammengefasst per Mail, um auch immer wieder nachschlagen zu können. „So sind alle auf dem gleichen Stand und wenn die Fragesteller dann nach zwei, drei Stunden wieder anrufen, bekommen sie die Auskunft bei uns“, schildert Gaby Land die Vorgehensweise.

Auch wie man bestimmten Leuten helfen kann, die jetzt auf sich gestellt die Grundversorgung nicht bewerkstelligen können, war ein Thema für das eine Lösung gefunden werden musste. Mit Hilfe der anderen Dienste wie der Nachbarschaftshilfe und anderen Ehrenamtlichen konnte so, einiges organisiert werden.
Dabei kamen viele Anrufe dann, als die bisherigen Regeln strenger wurden. Da das die Leute wieder verunsichert hat. „Aber im Prinzip heißt die Devise trotz allem weiter: Bleiben Sie daheim!“, betont Claudia Fuchs. „Und lassen Sie alles was nicht zur Grundversorgung oder zur Arbeit gehört bleiben.“

INFOS:
Das Infotelefon ist unter der Telefonnummer 08331/850-970 besetzt. Die Mitarbeiterinnen sind auch über die Osterfeiertage von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8-12 Uhr erreichbar.

Für Fragen von Betrieben aus Gastronomie und Wirtschaft hat die Wirtschaftsförderung der Stadt einige hilfreiche Informationen zusammengetragen.

Das Nachbarschaftshilfe-Telefon hat die Stadt Memmingen unter der Nummer 08331/850-830 eingerichtet. Die Stadtverwaltung bündelt ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen für die durch den Corona-Virus betroffenen Risikogruppen und ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Gaby Land im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.
Ein Teil der Mitarbeiterinnen des Infotelefons für die Memminger Bürgerinnen und Bürger in den Räumen der Stadtbibliothek. Hinten (von links) Christina Geiger und Sandra Weiß sowie Cora Herb im Vordergrund an den dort eingerichteten Plätzen.

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