Allgäu Airport
Flughafen-Gegner wollen «Klagefront» aufbauen

Eines war am Ende der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins «Bürger gegen Fluglärm» am Freitagabend in Benningen (Unterallgäu) klar: Die Initiative will die vom Allgäu-Airport geplante Erweiterung der Betriebszeit für den Linien- und Charterverkehr bis maximal 23.30 Uhr (wir berichteten) mit allen rechtlichen Mitteln verhindern. Derzeit gilt am Memminger Flughafen eine Betriebszeit von 6 bis 22 Uhr. Allerdings sind jetzt schon Flugbewegungen bis 23 Uhr im Ausnahmefall möglich.

Zu den weiteren geplanten Investitionen des Airports in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro gehören eine verbreiterte Start- und Landebahn sowie eine Verlegung des Rollwegs. Rechtsanwalt Dr. Frank-Florian Seifert aus Berlin erklärte vor rund 200 Teilnehmern, dass der Antrag der Flughafengesellschaft derzeit noch nicht bei der Genehmigungsbehörde, dem Luftamt Süd, eingereicht wurde. Daher sei der genaue Sachverhalt noch nicht bekannt. Seiner Meinung nach besteht jedoch die Gefahr, dass nicht nur verspätete Flüge bis 23.30 Uhr stattfinden können, sondern es zu «einem regelmäßigen Flugbetrieb in den Nachtrandstunden kommen wird», so der Anwalt, der die Initiative seit Jahren unterstützt. Daher gelte es nun, innerhalb des Planfeststellungsverfahrens nachzuweisen, dass der Ausnahme- zum Regelfall wird.

«In der Vergangenheit war kein Argument dumm genug, da wird auch in Zukunft kein Argument dumm genug sein», kritisierte er die Flughafenbetreiber. Daher sei es wichtig, eine «möglichst breite Klagefront aufzubauen» - bestehend aus betroffenen Einzelpersonen, aber auch Kommunen.

Dass die Erweiterung der Betriebszeit auch den Frachtverkehr in der Nacht zur Folge haben könnte, sei im Moment zwar noch nicht erkennbar. Man dürfe die Situation aber keineswegs unterschätzen. Seifert warnte vor einer möglichen «Salamitaktik», bei der der Flugbetrieb immer mehr ausgeweitet werde. «Ich bin gespannt, wie weit sich der Flughafenbetreiber aus dem Fenster lehnt.»

«Rhetorische Klimmzüge»

Professor Dieter Buchberger von der Bürgerinitiative erklärte, dass die Zahl der Passagiere, die notwendig sei, um den Flughafen wirtschaftlich zu machen, im Laufe der Jahre immer weiter nach oben korrigiert worden sei, die Zahl der Flüge dagegen immer weiter abnehme. Die von Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid vor Kurzem angestrebte «schwarze Null» für dieses Jahr kommentierte Buchberger folgendermaßen: Dies seien «rhetorische Klimmzüge, eine Volksverdummung auf hohem Niveau.» Und nun wolle man zu Lasten der Steuerzahler weiter investieren.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Gabriela Schimmer-Göresz, ist sich sicher, dass die Öffentlichkeit im jetzigen Stadium noch nichts von den Vorbereitungen auf das Planfeststellungsverfahren erfahren hätte, «wenn wir nicht beim Luftamt Süd nachgebohrt hätten».

Für Einwendungen wäre die Zeit dann «extrem knapp geworden». Nun müsse man sich rechtzeitig aufstellen, um einen Nachtflug zu verhindern. «Wir kennen unsere Pappenheimer. Heute eine Stunde und morgen die ganze Nacht», so die Vorsitzende.

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