Podcast
Ehemalige Schleckerfrau aus dem Unterallgäu zum Schlecker-Prozess und ihrer Situation

Karola Müller aus Wolfertschwenden ist eine ehemalige Schleckerfrau. Sie hört das Wort nicht gerne. Nach der Schleckerpleite hat sie zusammen mit ehemaligen Schlecker-Kolleginnen aus der Not eine Tugend gemacht und den Dorfladen um's Eck in Steinheim eröffnet. 

Familie Schlecker steht momentan vor Gericht. Der Vorwurf: Vorsätzlicher Bankrott. Karola Müller erzählt im Podcast, wie es in den letzten Jahren erging und warum sie im Gegensatz zu vielen anderen "Schleckerfrauen" keinen Groll gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber hegt.

Der Begriff Schleckerfrau habe leider im Laufe der Jahre einen negativen Touch bekommen. Karola Müller bezeichnet sich selbst lieber als ehemalige Verkäuferin der Firma Schlecker. Den Schock ums Schlecker-Aus vor fünf Jahren habe sie inzwischen gut verdaut. Wegen der aktuellen Gerichtsverhandlung komme die Gefühlswelt, die sie damals erleben musste, jedoch wieder hoch. Der ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterin ist vor allem wichtig, dass geklärt wird, ob es eine schuldhafte Insolvenz war.

Als Bezirksleitung bei Schlecker hat Karola Müller ihren ehemaligen Chef damals sogar persönlich kennengelernt: "Er hatte immer ein offenes Ohr". Sie glaubt, dass Anfang 2000 bis 2005 die größten Fehlentscheidungen getroffen wurden. Zu dieser Zeit habe man versäumt, neue Wege zu gehen, um mehr junge Kunden anzusprechen.

Ob sie Herrn Schlecker heute noch böse ist? "Nein", sagt sie. Im Gegensatz zu den vielen anderen, die nach ihrer Zeit bei Schlecker nichts gefunden haben, haben sich die Dinge bei ihr eher zum Positiven entwickelt. Der Dorfladen könnte besser laufen. Aber sie hat im Laden völlige Gestaltungs-Freiheit, im Gegensatz zu ihrer Zeit bei Schlecker, als alles streng vordefiniert war. Ob sie Herrn Schlecker einstellen würde, wenn er im Dorfladen zur Tür reinkäme? Sie zögert. Dann aber kommt ein entschlossenes "Nein".

In ihrem Dorfladen versucht Karola Müller nun selbst, ihre eigenen Ideen erfolgreich umzusetzen. Sie merkt allerdings, dass die Kunden das "Schlecker-Flair" und das Sortiment an Drogerieartikeln vermissen.

Ziel der ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterin ist es nun, "den Dorfladen um jeden Preis zu erhalten". Dabei hofft sie vor allem auf die Unterstützung der Steinheimer und der Stadt Memmingen.

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