Shooting
Bunt bemalt vor die Kamera: Foto-Session mit Bodypainting in Ottobeuren

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Erst mal vor dem Spiegel die Haare mit Gel zurückstreichen, dann kann's losgehen: Die 25-jährige Jenny Rast lässt sich heute für ein besonderes Foto-Shooting mit Farbe besprühen - von einer Airbrush-Pistole. Wobei Farbe im Sinne von 'bunt' erst später zum Einsatz kommt. Denn zuerst wird Jenny jetzt mal schwarz. Pechschwarz.

Ein professionelles Model ist die technische Zeichnerin zwar nicht, trotzdem ist es auch nicht ihr erstes Shooting. "2013 habe ich hier bei einem Bodypainting-Special mitgemacht. Dabei bin ich auf den Geschmack gekommen, ab und zu vor der Kamera zu stehen", sagt sie.

Mehr kann sie uns vorerst nicht erzählen, denn Bodypainterin Veronika Laur-Baumann hat gerade ihre Airbrush-Pistole mit schwarzer Farbe gefüllt und ist jetzt startklar. "Einfach den Kopf etwas zurücklegen und die Augen schließen, bitte." Jenny kennt das Prozedere schon. Nach einer knappen halben Stunde ist die 25-Jährige kaum wiederzuerkennen.

Die Airbrush-Designerin hat Jennys Gesicht und Dekolleté mit feinem, schwarzen Sprühnebel belegt. "Immer wenn hier mehrere bemalte Mädels sind, dann kann man sie nach dem Schminken nicht mehr unterscheiden", sagt Nadine Zuchtriegel. Die 29-jährige Fotografin hat zusammen mit ihrem Mann Louis das Shooting organisiert. "Wir wollen den Kunden einfach etwas Besonderes bieten. Außerdem verschaffen wir uns damit auch selbst Abwechslung beim Fotografieren", sagt Louis Zuchtriegel.

Nur in den Augenwinkeln und am Wimpernkranz ist jetzt noch etwas von Jennys Gesichtsfarbe zu erkennen. Mithilfe eines Kajalstifts hat sich das aber schnell erledigt. Wie das bloß wieder abgeht, fragen wir sie. "Die Farbe ist mit einmal Duschen schnell wieder weg", sagt sie. "Duschgel und warmes Wasser - mehr braucht man nicht." Bevor die Farbe wieder abkommt, wird jetzt aber erst mal noch eine Schicht draufgelegt. Louis und Nadine haben sich für Rot entschieden, "das gibt einen schönen Kontrast auf dem Foto".

"Colour Splash" - in Farbe und Bunt

Das Thema des Shootings ist heute "Colour Splash". Und wie kommen die Farbspritzer jetzt in Jennys schwarzes Gesicht? "Das läuft so ähnlich wie im Kindergarten mit der Zahnbürste", sagt Veronika Laur-Baumann und lacht. Sie taucht einen breiten Pinsel in die leuchtend rote Farbe und überlegt kurz.

"Dreh den Kopf ein bisschen zur Seite, ich fange an der Schläfe an", sagt sie zu Jenny. Dann legt sie ihren Zeigefinger an den Pinsel und zieht die Borsten vorsichtig immer wieder zurück.

Kleine rote Pünktchen landen im Gesicht der 25-Jährigen. Weil das allein aber noch zu wenig aufregend wirkt, kommt noch eine besondere Technik zum Einsatz: Die Bodypainterin legt ein Netz über Jennys Gesicht und sprüht mit der Pistole rote Farbe darüber. Danach noch mal die Kindergarten-Technik, diesmal mit weißer Farbe, und nach einer knappen Stunde ist das Model fertig für's Shooting.

Foto vor weißer Wand wird fast schwarz

Louis stellt Jenny vor eine weiße Wand und richtet zwei Scheinwerfer aus. Auf einem liegt eine spezielle Wabe. "Das Licht strahlt so stark auf das Model, dass fast nichts mehr davon auf der Wand ankommt", erklärt er. "Dadurch sieht der Hintergrund auf dem Bild später fast schwarz aus." Die abschließende Bildbearbeitung verleiht dem Foto zwar noch den letzten Schliff, durch die starken farbigen Akzente und das richtige Licht ist zum Schluss aber nur noch minimale Bearbeitung nötig.

Nadine gibt Jenny derweil ein paar Tipps. Durch die jahrelange Erfahrung, die sie selbst als professionelles Model gesammelt hat, kann sie sich gut in die Situation vor der Kamera hineinversetzen. "Das wichtigste für ein gutes Foto ist der Ausdruck", sagt sie, "erst recht bei einem Face-Painting".

Klick, Louis schießt das erste Bild. Klick, klick. Und schon die nächsten beiden. Neben uns erscheint Jennys Gesicht in Großaufnahme auf einem Computerbildschirm. Der Kontrast von Rot und Weiß auf schwarzem Untergrund kommt durch das starke Scheinwerferlicht erst richtig gut zum Vorschein.

Weil Jenny das schon öfter gemacht hat, dauert es nicht lange, bis Nadine und Louis fertig sind. "Alles im Kasten", sagt der 31-Jährige. Zufrieden scrollt er die Fotos auf dem Computer durch. Jennys Job ist damit erledigt. "Ich müsste eigentlich noch einkaufen gehen", sagt die 25-Jährige. So wie sie jetzt aussieht, wäre sie jedenfalls der Blickfang im Supermarkt.

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