Reaktionen
Bürgerinitiative gegen künftige Umgehungsstraße

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Die Mitglieder der Bürgerinitiative «Krebsbachtal» haben bei einer anschließenden Diskussion Kritik an den vorgestellten Plänen geübt. «Wir müssen jetzt was tun», erklärte Sprecherin Regina Böckeler mit Verweis darauf, dass ein möglicher Planfeststellungsbeschluss 15 Jahre Bestand habe.

Solange dürfe gebaut werden, ohne dass man was machen könne. Stefan Böckeler ging auf die letzte Verkehrszählung aus dem Jahr 2005 ein. Zwischen Rummeltshausen und Holzgünz seien damals rund 1800 Autos pro Tag gezählt worden. Einen prognostizierten Anstieg bei der jetzigen Autobahnanschlussstelle Holzgünz von 2100 auf 7100 Fahrzeuge pro Tag hält er für «unrealistisch».

Eine Ortsumgehung lasse sich aber ohnehin erst ab 15000 Fahrzeugen rechtfertigen. Zudem verteile sich der Verkehr derzeit gleichmäßig. Es sei unsinnig, den Großteil des Verkehrs auf eine Trasse zu verlegen. Anhand mehrerer Modellbeispiele machte Böckeler deutlich, dass sich durch die neue Trasse teilweise höhere Entfernungen ergeben.

So sei die Strecke von Rummeltshausen über die Landstraße zum Autobahnkreuz Memmingen kürzer als über die künftige Umgehungsstrecke.

«Das ist ein Dolchstoß ins Herz des Krebsbachtals», so Böckeler zur Flächenzerschneidung und über das künftige Gewerbegebiet, das auch über eine eigene Auffahrt an die A96 angebunden werden könnte.

Gerald Jütten stellte den Natur- und Umweltschutz in den Vordergrund. Demnach ist das Krebsbachtal unter anderem für elf Fledermausarten, Milan, Eisvogel, Libellen und Amphibien wichtig. «Die Flächenzerschneidung gilt als Hauptursache für das Artensterben», erläuterte Jütten.

Martin Glöckler betrachtete die Situation aus der Sicht der Jagd und berichtete, dass das Wild von einem Wald zum anderen wechseln müsse. Auf der neuen Trasse würde demnach auch die Gefahr von Unfällen durch Wildwechsel zunehmen.

Regina Böckeler meinte, dass durch die neue Umgehung Lkw-Mautflüchtlinge eine Abkürzung von Illertissen nach Holzgünz nehmen könnten. Ein Zubringer für ein «imaginäres Gewerbegebiet, auf dem vielleicht nur Solarfelder entstehen», sei nicht notwendig.

Die BI-Sprecherin forderte, auf die Umgehung zu verzichten oder eine ernsthafte Prüfung von Alternativen in Betracht zu ziehen - beispielsweise eine direkte Anbindung des Autobahnanschlusses Holzgünz entlang der A 96 an die Auffahrt Erkheim.

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