Katzenkopfpflaster
Bei Sanierung der Memminger Stadtmauer: Arbeiter entdecken alte Gasse

Die circa ein Quadratmeter große Stelle zwischen Mauer und Wohnhaus mit dem sichtbar gewordenen Katzenkopfpflaster.
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  • Die circa ein Quadratmeter große Stelle zwischen Mauer und Wohnhaus mit dem sichtbar gewordenen Katzenkopfpflaster.
  • Foto: Manuela Frieß
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Bei der Sanierung der Memminger Stadtmauer haben Arbeiter ein altes Pflaster entdeckt. Die Arbeiter stießen bei der Untersuchung des Fundaments nach rund einem halben Meter Schutt und Dreck auf die Steine des recht gut erhaltenen Katzenkopfpflasters.

Wie die Stadt Memmingen mitteilt, gab es zwischen dem Haus Nummer 47 in der Kalchstraße und der Stadtmauer früher eine kleine Gasse. "Ein Durchgang, gerade mal so breit, dass eine Person hier gut laufen konnte", schildert Archäologe Fabian Hopfenzitz in der Mitteilung. So soll der Ort wahrscheinlich noch vor 150 existiert haben.

Die kleine Gasse soll außerdem zeigen, wie die zeitlichen Abläufe für die dortigen Bauten waren. "An dieser Stelle kann man gut festmachen, was wann abgerissen, umgebaut oder neu hinzugekommen ist", so Architekt Ludwig Kögl. Von dem alten Gassenbelag wird mit der fortschreitenden Sanierungsarbeiten aber nichts mehr zu sehen sein. Laut der Stadt muss die Mauer in diesem Bereich abgestützt werden. An dieser Stelle soll demnach dann später ein schlanker Stahlbetonpfeiler stehen.

"Ungewöhnlich geformter Stein" gefunden

Bei einer Baustellen-Besichtigung fiel Experten zudem ein ungewöhnlich geformter Stein auf. Der Stein hat einen sogenannten Eselsrücken bzw. Kielbogen und soll gotisch sein. Demnach wäre der Fund zwischen 500 und 800 Jahre alt. "Er zierte wohl früher mal ein repräsentatives Gebäude", ist sich Christoph Engelhard, Leiter des Memminger Stadtarchivs, sicher. Um welche Art von Gebäude, weltlich oder kirchlich, könne er nicht sagen. Vermutlich wurde der Stein um das Jahr 1470 bei Bauarbeiten für die Stadtbefestigung verbaut.

Mauerkrone wieder hergerichtet

Entlang der Kohlschanze haben Arbeiter zudem die behelfsmäßig angebrachten Ziegel und Betonteile entfernt. Sie waren vor einigen Jahrzehnten provisorisch in die Mauer eingebracht worden. "Wahrscheinlich sollten die Löcher einfach verfüllt werden, weshalb nicht auf das Material geachtet wurde", vermutet Ludwig Kögl. Die Arbeiten haben das Material entfernt und die Mauerkrone wieder hergerichtet.

Weitere Entdeckung: Ältester überdachter Wehrgang Deutschlands

Die kleine Gasse ist aber nicht die einzige Entdeckung im Bereich der Memminger Stadtmauer. Im September 2019 fanden Forscher den bislang in Deutschland ältesten überdachten Wehrgang.

Bislang ältester überdachter Wehrgang Deutschlands in Memmingen entdeckt

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