TV-Aufzeichnung
Bayerischer Rundfunk dreht mit Moderatorin Carolin Reiber in Illerbeuren für die Sendung «Bayerntour»

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Plötzlich fallen die Scheinwerfer kurz aus. Ein anderes Mal steckt Moderatorin Carolin Reiber ein «Frosch im Hals», der sich nicht runterdrücken ließ, wie sie dem Publikum erklärt. Im Interview mit dem deutschen Waldarbeitsmeister Gerhard Briechle wird aus «Disziplin» im Eifer des Wortwechsels schnell mal «Disziplün». Aber: Alles in allem läuft es ganz gut. Bis Friedrich Schiller ins Spiel kommt. Oder besser gesagt: in die Sendung. Und genau genommen ist es nicht der Dichter selbst, sondern sein Werk «Das Lied von der Glocke», das Reiber bei der Aufzeichnung der «Bayerntour» im Saal des Gromerhofs in Illerbeuren eine verbale Falle stellt.

<< Fest gemauert in der Erden, steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute mu >>, beginnt Reiber mit dem Gedicht, das zu einem Beitrag hinleiten soll - und verhaspelt sich. Kamera stopp, noch mal von vorn. Das Lächeln aber haftet weiter unbeirrt in ihrem Gesicht. Nach dem dritten Anlauf ohne Versprecher atmet Reiber auf. Doch die Erleichterung währt nur kurz, denn über Lautsprecher meldet sich die Regie aus dem weiß-blau lackierten Übertragungswagen, der vor dem Gromerhof Station bezogen hat: << Entschuldigung, wir haben technische Probleme, deswegen brauchen wirs nochmal >>, sagt eine freundliche, aber bestimmte Frauenstimme.

Also zurück zur Ausgangsposition, lächeln und los: << Fest gemauert in der Erden, steht die Fo >>. Und schon ist sie wieder da, die Regiestimme, die den Dreh aufs Neue stoppt und von << Tonproblemen >> spricht. Ein Mikrofon wird ausgetauscht und weiter gehts. Dann, im fünften Anlauf endlich, harmonieren Ansage und Technik, was Reiber einen lauten Applaus der rund 170 Zuschauer einbringt.

Iller-Fährmann schwätzt aus dem Nähkästchen

Im Publikum verstreut sitzen Reibers Gesprächspartner. Bevor die Kamera läuft, gibt es für Iller-Fährmann Josef Fischer letzte Instruktionen. Als würde er täglich vor der Kamera stehen, schwätzt << Sepp >> aus dem Nähkästchen. So weiß er von Schumpen zu berichten, die in der Iller wie Krokodile badend für Aufsehen sorgten. Auf die Frage Reibers, was man einem Fährmann wünscht, antwortet Fischer trocken: << A Wasser, an guater Humor und a dichts Boot. >>

<< Seit 15 Jahren spinn ich >>, sagt Annemarie Müller vor laufender Kamera am Spinnrad sitzend und sorgt damit für Lacher im Publikum. Gemeinsam mit der Leutkircherin Christine Vollmar erklärt die Flachsspinnerin aus Lautrach im Scheinwerferlicht, wie aus Flachs Leinen wird.

Zünftig und kurios wirds zum Schluss, als die << Allgäu Yetis >> aus dem Illerwinkel zusammen mit dem Fahrradpumpen-Orchester des Legauer Frauenbunds zu einem Ständchen ansetzen. Die << Yetis >>, eine Stimmungs-Blasmusikkapelle, spielen Playback - die Musik kommt also vom Band - während die zwölf Legauer Frauen live Hand an den Pumpen anlegen und diesen teils schrille Töne entlocken. << Wir sind seit 15 Uhr da und haben einmal geprobt >>, sagt Pumpen-Musikantin Tina Schneider. Sie sei erleichtert, dass der Auftritt jetzt vorbei ist, aber es sei interessant gewesen, mal zu sehen, wie Fernsehen gemacht wird.

Immer wieder lässt die Regie eine Szene wiederholen, weil Reiber in die falsche Richtung läuft, die Oberallgäuer Gemeinde Altusried ins Unterallgäu verlegt oder einen Satz nicht schwungvoll genug rüberbringt. Als nach knapp zweieinhalb Stunden alles im Kasten ist, lobt die 70-jährige Moderatorin das Durchhaltevermögen ihrer Zuschauer. Und die vielen Wiederholungen von Schillers Glocke, räumt Reiber mit einem Lächeln ein, << die waren nur, damit Sies jetzt auch können >>.

Sendetermin Mittwoch, 14. September, 20.15 Uhr im Bayerischen Rundfunk.

Carolin Reiber im Gespräch mit Rita Sauter vom Legauer Frauenbund. Gemeinsam mit elf weiteren Frauen spielt Sauter im Fahrradpumpen-Orchester. Im Hintergrund sind die << Allgäu Yetis >> aus dem Illerwinkel zu sehen.

Moderatorin Carolin Reiber bereitet sich auf das Interview vor, dass sie kurz danach mit dem Kronburger Hobby-Geflügelzüchter Anton Höger (rechts mit Gockel) und Anton Königsberger aus Egg an der Günz (links) führen wird. Fotos: Uwe Hirt

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