Verkehr
Bauamt informiert in Günz über Plan zur Verlegung der Staatsstraße bei Holzgünz

Auf reges Besucherinteresse ist eine Informationsveranstaltung über den Planungsstand der vorgesehenen Verlegung der Staatsstraße 2020 gestoßen. Die Maßnahme sieht eine Anbindung an die A96-Anschlussstelle bei Holzgünz vor. Die Straße soll als Ortsumgehung für die Gemeinde dienen. «Wir treffen uns hier auch auf Veranlassung von Bürgern, die einen frühzeitigen Austausch über den Sachstand wünschen», erklärte die Westerheimer Bürgermeisterin Christa Bail vor rund 200 Besucher in Günz.

Insgesamt gibt es vier Planungsvarianten (siehe Grafik). Bail erläuterte, dass der Gemeinderat die Variante vier bevorzugt, die näher an Holzgünz verlaufen würde. Die Eigentümer seien bereit, die benötigten Grundstücke zu veräußern. Bauherr ist der Freistaat Bayern. «Wir haben hier an der A96 eine große Chance, die uns wirtschaftlich weit nach vorne bringen kann», betonte der Holzgünzer Bürgermeister Paul Nagler. Die Interessenlage sei im örtlichen Gemeinderat in Sachen Umgehungstrasse und aufgrund des geplanten, gemeinsamen interkommunalen Gewerbegebiets die gleichen wie in Westerheim. Zudem müsse man den Verkehr «aus Holzgünz rausbringen».

Der Leiter des Bauamts Kempten, Bruno Fischle, sprach sich dafür aus, dass die bereits gebaute Autobahnanschlussstelle fortgeführt werden sollte. Im Ausbauplan der Staatsstraßen sei die angestrebte Verlegung bereits seit dem Jahr 2001 enthalten. Die Voruntersuchung sei mittlerweile abgeschlossen. Nächster Schritt sei nun der Vorentwurf. «In diesem Zuge erfolgt die Festlegung auf eine Trasse und die Ermittlung der Kosten», so der Bauamtsleiter. Danach würden die Planfeststellung und die erste öffentliche Bürgerbeteiligung erfolgen. Das Verfahren selbst soll im Frühjahr 2012 beginnen.

Planer Michael Lehner erläuterte die vier aktuellen Varianten für die künftige, rund zwei Kilometer lange Trassenführung. Im Prinzip führen alle vier Umgehungsstrecken von der Autobahn nach Norden durch das Krebsbachtal. Der Flächenverbrauch liege bei etwa sechs Hektar. Die größte Flächenzerschneidung von landwirtschaftlichen Anbauflächen bringe die Variante vier mit sich. Die geringste Zerschneidung werde bei der Variante drei erreicht. Die geschätzten Baukosten liegen bei den Varianten eins bis drei bei rund 3,1 Millionen Euro. Die vierte Variante soll 3,7 Millionen Euro kosten, da zum Höhenausgleich ein Brückenbauwerk benötigt werde.

Ökologische Wertigkeit hoch

Das Ergebnis einer Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahr 2008 präsentierte Bernd Munz vom Planungsbüro Lars Consult. Demnach hat der Krebsbach eine sehr hohe ökologische Wertigkeit und das Krebsbachtal eine hohe Wertigkeitsstufe. «Die reizvolle Struktur des Krebsbachtals wird immer durchschnitten», bekräftigte Munz und machte deutlich, dass die Varianten eins und zwei aus ökologischer Sicht nicht empfehlenswert seien. Die beiden weiteren Trassen könnten entsprechend dem Ergebnis aus der Umweltverträglichkeitsstudie gebaut werden, wobei die Variante drei am besten abgeschnitten habe.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020