Airport-Ausbau
Airport-Ausbau: Lärmschutzzonen und ihre Folgen

Lärmschutzzonen und Nachtflüge waren gestern beherrschende Themen beim zweiten Tag eines Erörterungstermins in der Hawanger Mehrzeckhalle (Landkreis Unterallgäu). Dort hörten sich Vertreter des Luftamts Südbayern Argumente von Bürgern an, die gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Memmingen sind. Im Vorfeld waren 964 Einwände gegen das Flughafenprojekt beim Luftamt eingegangen – in der Halle waren gestern etwa 60 Personen.

Das Amt wird auch unter Berücksichtigung der Einwände über die Genehmigung der Ausbaupläne entscheiden. Die Flughafenbetreiber wollen unter anderem die Startbahn verbreitern, das Terminal erweitern sowie die Flugzeiten auf 23 Uhr und in Ausnahmefällen auf 23.30 Uhr ausdehnen.

Rechtsanwalt Professor Lutz Eiding, der unter anderem die Initiative 'Bürger gegen Fluglärm' vertritt, sieht in den Ausbauplänen eine Kapazitätserweiterung des Flughafens. Dem widersprachen Airport-Vertreter, da sie auch ohne bauliche Veränderungen mehr Flüge abwickeln könnten. Durch eine Vergrößerung des Terminals sollen die Passagiere aber komfortabler abgefertigt werden.

Hintergrund ist der Umstand, dass bei einer tatsächlichen Kapazitätserweiterung die Lärmschutzzonen um den Airport größer ausfallen müssten und dadurch mehr Bürger ein Anrecht auf Lärmschutzmaßnahmen hätten – etwa in Form von Schallschutzfenstern, die der Airport bezahlen müsste. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass in bestimmten Schutzzonen keine neuen Gebäude mehr errichtet werden dürfen, wie Luftamtschef Dr. Uwe Büchner betonte. Letztlich müsse seine Behörde auch entscheiden, ob es sich um eine Erweiterung der Kapazität handelt.

'Bessere Auslastung der Flüge'

Ferner bezweifelten Gegner der Airport-Pläne, dass es einen Bedarf für die beantragten Flüge zwischen 22 und 23.30 Uhr gibt. Dem hielt Verkehrsexperte Dr. Markus Schubert im Namen der Flughafenbetreiber entgegen, dass man den AllgäuAirport besser an das globale Flugverkehrsnetz anbinden möchte.

Also auch an Flughäfen, auf denen Passagiere nur kurz zwischenlanden, um in andere Flugzeuge umzusteigen. Dafür müsse man aber die An- und Abflugzeiten in Memmingerberg entsprechend ausdehnen. 'Das führt zu einer besseren Auslastung der Flüge', sagte Schubert und betonte: 'Auch bei Ferienfliegern besteht eine große Nachfrage zwischen 22 und 23 Uhr.'

Auf die Frage eines Bürgers, ob der Airport für eventuelle Wertminderungen von Häusern in der Einflugschneise aufkomme, antwortete Anwalt Professor Ulrich Hösch, dass darüber nur im Einzelfall entschieden werden könne.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen