Krankheit
15-jährige Anelia hofft auf Operation

Wenn sie mit ihren Gastgebern Roswitha und Hanspeter Graf aus Egg an der Günz Kniffel spielen, wirken Stella und Nektarius Deyanova aus Bulgarien fröhlich, denn ihre Tochter Anelia strahlt dabei über das ganze Gesicht. Aber das Mädchen hat dunkle Ringe unter den Augen: Die 15-Jährige ist schwer krank. Sie leidet an Pfortaderthrombose, einer seltenen Gefäßerkrankung, bei der sich Blutgerinnsel in der Pfortader der Leber bilden. Dadurch kann die Leberfunktion erheblich beeinträchtigt werden. Anelia muss operiert werden - doch das kostet viel Geld. Geld, das die bulgarische Familie nicht hat. Sie ist nicht krankenversichert.

Noch vor wenigen Wochen waren Stella und Nektarius Deyanova als Erntehelfer für Oliven und Orangen auf Kreta in Griechenland beschäftigt. Ihre beiden Töchter waren dabei. Doch Anelias Krankheit hat sich in den vergangenen Wochen stetig verschlimmert.

Da bulgarische Kliniken die Gefäßerkrankung nicht behandeln können, hat sich die Familie Hilfe suchend an die auf Kreta tätige «Shelter-Mission» gewandt.

Der deutsche Missionar Michael Schwitzky lebt seit 20 Jahren auf der griechischen Insel. Er kontaktierte einen Freund, der am Klinikum in Memmingen arbeitet. Der Arzt erklärte sich bereit, das bulgarische Mädchen zu untersuchen.

Auf der Suche nach einer Unterkunft in der Nähe Memmingens stieß die «Shelter-Mission» auf Familie Graf in Egg. Die Mitglieder der Friedenskirche Babenhausen haben während ihres Urlaubs auf Kreta vor wenigen Wochen die «Shelter-Mission» besucht.

Seit Kurzem gehört Hanspeter Graf dem Vorstand des Shelter-Vereins an.

Für Roswitha und Hanspeter Graf war es selbstverständlich, das kranke Mädchen und ihre Eltern bei sich aufzunehmen. Trotz enormer Sprachprobleme haben sie das bulgarische Ehepaar und dessen Tochter schon nach wenigen Tagen ins Herz geschlossen. Während Anelia und ihre Mutter Stella gern in der Küche zur Hand gehen, ist Nektarius beim Holzstapeln und Schneeschippen behilflich.

Da die bulgarischen Gäste weder Deutsch noch Englisch sprechen, verständigen sich die Familien überwiegend per Zeichensprache.

Anelias Krankheit verschlimmert sich von Tag zu Tag. «Am Universitätsklinikum Tübingen gibt es einen Professor, der die 15-Jährige operieren würde», haben die Grafs nach zahlreichen Telefonaten und E-Mails in Erfahrung gebracht. «Allerdings müssen die Kosten in Höhe von 20000 bis 25000 Euro vorab bezahlt werden.»

Aufruf zum Spenden

Der bulgarischen Familie fehlen die finanziellen Mittel für eine lebensrettende Operation. Deshalb sind sie auf Hilfe angewiesen. Das Missionswerk Shelter Mindelheim und die Friedenskirche Babenhausen und Memmingen haben einen Spendenaufruf gestartet. Ansprechpartner ist Familie Graf. Sobald die Kostenübernahme gesichert ist, wird das Mädchen am Universitätsklinikum Tübingen operiert.

Hilfe Spenden für Anelia können unter dem Stichwort «Anelia» auf das Konto der «Shelter-Mission» bei der Volksbank Trossingen überwiesen werden: Konto-Nummer: 24599000, Bankleitzahl: 64292310.

Pfortaderthrombose

Das Pfortadersystem ist das Verund Entsorgungssystem der menschlichen Verdauungsorgane. Die Venen, die Blut aus Magen,

Milz und Darm führen, vereinigen sich zu einer großen Vene, der Pfortader. Sie führt das Blut in die Leber, von dort in die untere Hohlvene und damit in den großen Körperkreislauf.

Bildet sich in der Pfortader ein Blutgerinnsel, spricht man von Pfortaderthrombose. Mögliche Ursachen sind: Lebererkrankungen, etwa Leberzirrhose oder Leberkrebs, Blutgerinnungsstörungen, Infektionen der Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse

und Gefäßerkrankungen.

Als Folge der Thrombose bahnt sich das Blut neue Wege – sogenannte Umgehungskreisläufe – unter der Schleimhaut der Speiseröhre oder über die Nabelvene zur oberen Hohlvene. Blutungen aus den Gefäßen der Speiseröhre können lebensbedrohlich sein. Zudem wird Wasser in die Bauchhöhle abgepresst.

Bei einer Behandlung steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund sowie die Vermeidung des Fortschreitens der Thrombose, etwa durch eine medikamentöse Unterdrückung der Blutgerinnung.

Shelter-Mission

Die Shelter-Mission hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Missionsarbeit auf Kreta geistlich, praktisch und finanziell zu unterstützen.

Die praktische Hilfe findet in Form der befristeten Mitarbeit vor Ort in sämtlichen Dienstbereichen statt. Die finanziellen Mittel setzen sich zusammen aus Mitgliedsbeiträgen und Einzelspenden. Sie werden verwendet, um die Mitarbeiter der Mission direkt zu unterstützen. (clb)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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