• 9. Juni 2018, 00:00 Uhr
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Neubau am Amtsgericht Memmingen fertig gestellt

(Foto: Allgäuer Zeitung)

Von außen besticht der Entwurf mit modernem Glas, den Innenraum beherrscht warmes Holz
Gläsern und modern ist er geworden, der neue Anbau im Amtsgericht Memmingen. Auch wenn im Laufe des Umbaus nicht alles glatt lief, so ist nun der letzte große Bauabschnitt abgeschlossen, das Amtsgericht bereits in Betrieb. 2015 begannen die Arbeiten am Gebäude an der Buxacher Straße. Währenddessen waren Richter, Angeklagte und Anwälte in Räumen in der Nähe des Allgäu Airports tätig. Diese sind nun bereits geräumt, der Alltag im Neu- bau kann beginnen.

Der große Foyerbereich empfängt mit einer Einlasskontrolle. Jeder, der zukünftig das Amtsgericht betreten möchte, muss durch diese Schleuse. Der Vorteil daran: Es muss nur noch ein Eingang gesichert werden. Zunächst müssen Besucher durch einen Metalldetektor, anschließend werden sie von Beamten ab- getastet. Der Bereich zum Abtasten ist durch ein Segel nach oben verdeckt, um neugierige Blicke zu vermeiden. Auch ein ausfahrbarer Sichtschutz soll errichtet werden, um die Privatsphäre der Besucher zu gewährleisten. Für besonders bekannte Personen - seien es Staatsanwälte, Richter oder Mitarbeiter - gibt es eine eigens dafür gebaute Tür in der Absperrung, die die Betroffenen ohne Wartezeiten ins Amtsgericht lässt.

Sicherheit vorrangig

Der Bereich für die Mitarbeiter der Büros ist strikt vom öffentlichen Bereich abgetrennt, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen. Zu- gang wird nur mit speziellen Chipkarten gewährt. Im Keller des Gebäudes befindet sich das neue Archiv. Hierfür entstand auch extra eine neue Registratur. Tonnenweise Akten sind bereits eingelagert. Auch zwei Zellen für Angeklagte befinden sich auf der Ebene. Ein Stockwerk darüber befinden sich die sechs großen Sitzungssäle. Versehen mit Parkettboden, hellen Holzwänden und großen Fenstern sitzen hier Richter, Anwälte und Angeklagte an schlichten Holztischen, die mit jeweils einem Mikrofon ausgestattet sind.

In diese sind auch Lautsprecher ein- gebaut, um das Reden in großen Räumen zu erleichtern. Auf beiden Seiten des Richterpults können Milchglas- wände ausgefahren werden, wodurch der Richter sich von den anderen Prozessteilnehmern abgrenzen kann, um eine symbolische Trennung von Richter zu Angeklagtem oder Staatsanwaltschaft zu schaffen. Auch ein kleines Podest dient diesem Zweck. Nur im Familiengericht, in dem unter anderem Sorgerechtsstreitigkeiten verhandelt werden, wurde darauf verzichtet.

Komplett barrierefrei

Eine weitere Errungenschaft des Umbaus ist außerdem die komplette Barrierefreiheit des Gebäudes. Des Weiteren wird nur ein Aufzug für Neu- und Altbau benötigt. Nun kann alles wieder so ablaufen wie gewohnt - nur in einem eleganten Neubau.

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