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Eishockey
Mannschaftsvorstellung des ECDC Memmingen

(Foto: AZ)

Am Ende konnten sie wieder jubeln in der „Eishockeystadt Memmingen: Lubor Pokovic sicherte den Indians in der Verlängerung des entscheidenden Final-Spiels den Sieg und bescherte den Memmingern und rund 3.000 Zuschauern am Hühnerberg damit den Pokal des Bayerischen Meisters 2018. Es war ein mehr als versöhnlicher Abschluss einer durchaus turbulenten und spannenden Premieren-Saison in der Oberliga und die zweite Trophäe für den Aufsteiger in zwei Jahren.

In der kommenden Saison aber soll die Verzahnungs- runde mit den Bayernligisten möglichst vermieden werden, was, wenn man auf den Kader der Indianer blickt, auch ein durchaus realistisches Saisonziel darstellen sollte. Aus dem 10. Platz des Vorjahres haben die Verantwortlichen auf jeden Fall ihre Schlüsse gezogen. Zu dünn besetzt war das Team des ECDC, vor allem als eine Verletzungsmisere das Team heimsuchte, merkte man die fehlende Breite im Kader deutlich. „Wir haben viele Erfahrungen aus unserem ersten Jahr mitgenommen und versucht mögliche Schwachstellen über den Sommer abzustellen“, gibt der Sportliche Leiter Sven Müller Einblick in die herbeigeführten Änderungen des Vereins. „Obwohl wir den Kern der Mannschaft halten wollten, haben wir uns trotzdem sinnvoll verstärkt und weisen nun einen qualitativ und quantitativ stärkeren Kader auf, als noch im letzten Jahr.“

Schmerzhaft aus Memminger Sicht waren vor allem die Abgänge von Kapitän Jan Benda, der fortan als Co- Trainer und im Nachwuchsbereich wirken wird, Stefan Rott sowie von Urgestein Tim Tenschert, der rund 15 Jahre lang für die Rot-Weißen aufs Eis ging. Spieler wie Jan Kouba, Gregor Kubail, Anton Barrein oder der spät verpflichtete Eddy Rinke-Leitans spielten in den Planungen der Maustädter keine Rolle mehr.Demgegenüber stehen zahlreiche Neuzugänge, die größtenteils bereits sehr früh in der Sommerpause den Weg ins Allgäu fanden. Vom Ligakonkurrenten aus Lindau sicherten sich die Memminger die Dienste von Verteidiger Philipp Gejerhos. Aus dem Nachwuchs von Nachbar Kaufbeuren stoßen mit Julian Becher, Maximilian Schaffrath und Philipp Keil drei ambitionierte junge Spieler zum Kader. Thomas Schmid (Harzer Falken) und Jakub Wiecki (Erfurt) kommen beide aus dem Norden Deutschlands an den Hühnerberg und kehren damit zurück zu ihren bayerischen Wurzeln.

Einem ganz besonderen Wohnortwechsel haben die Indians auch ihren diesjährigen „Königstransfer“ zu verdanken: Da seine Frau aus der Region Augsburg stammt und die ganze Familie den Lebensmittelpunkt nach Schwaben verlegt, kommt mit Jared Mudryk (Selber Wölfe) ein echter Topspieler an den Hühnerberg. Der klein gebaute Angreifer war im vergangenen Jahr noch zweitbester Scorer der gesamten Liga und freut sich bereits auf die neue Herausforderung in Memmingen. „Jared an den Hühnerberg zu bekommen ist ein Traum, er wird uns sicherlich viel Freude bereiten“ ist sich Sven Müller, der seit langer Zeit mit dem Mittelstürmer in Kontakt stand, sicher.Gemeinsam mit den etablierten Kräften wie Antti Miettinen, dem Tschechen Petr Haluza oder Daniel Huhn, wollen die Indianer ihren Fans spannendes und möglichst erfolgreiches Oberliga-Eishockey bieten. „Wir visieren ganz klar die Play-Offs an“ heißt es aus dem Memminger Lager, mit dem Abstieg oder einer verfrühten Sommerpause will in der Maustadt möglichst niemand etwas zu tun haben.

Die Liga selbst hat sich, im Vergleich zur Vorsaison, nur geringfügig verändert. Für Absteiger Miesbach rückte mit Höchstadt der stärkste Bayernliga-Vertreter in die dritte Spielklasse auf. Oberligaprimus Deggendorf wagte den Aufstieg in die DEL2, für die Niederbayern geht nun mit dem SC Riessersee ein überaus prominenter Verein an den Start, der nur aufgrund finanzieller Probleme überhaupt erst den Rückzug in die Oberliga antreten musste. Top-Favoriten sind in diesem Jahr vor allem die Teams aus Rosenheim und Selb, mit denen es die Memminger gleich am ersten Wochenende zu tun bekommen. Auch der EV Landshut, der EC Peiting sowie die Derbygegner aus Sonthofen und Lindau versprechen hochklassige und spannende Partien am Memminger Hühnerberg, in einer Liga, die noch enger zusammengerückt ist.

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