Mehr Ärzte gewinnen
Vizepräsident der Bundesärztekammer legt die Situation der ärztlichen Versorgung im Unterallgäu dar

Die hausärztliche Versorgung in der Region auf Dauer sicher stellen - das ist eine der Kernaufgaben für das Unterallgäu, so Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer in seinem Vortrag vor dem Kreistag.
  • Die hausärztliche Versorgung in der Region auf Dauer sicher stellen - das ist eine der Kernaufgaben für das Unterallgäu, so Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer in seinem Vortrag vor dem Kreistag.
  • Foto: Projekt Fotos Augsburg
  • hochgeladen von Laura Alsleben

Unterallgäu (ex.)

Noch sind der Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen gut aufgestellt in der medizinischen Versorgung. Damit das so bleibt, muss etwas getan werden. So lautete das Fazit von Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer. In einer Sitzung des Unterallgäuer Kreistags legte er die Situation der ärztlichen Versorgung in der Region dar.

Im Unterallgäu und Memmingen gibt es insgesamt 121 Hausärzte. Das heißt: 1 547 Einwohner kommen auf einen Hausarzt. „Das ist besser als der bayerische Durchschnitt, schlechter als der Schnitt im Allgäu“, so Kaplan. Zu bedenken sei aber: Mehr als ein Drittel aller Hausärzte in Bayern sind älter als 60 Jahre. Die Fachärzte hingegen seien etwas jünger. Aber auch hier zeichne sich mittelfristig ein Mangel ab. Zunächst sei es also wichtig, die hausärztliche Versorgung in der Region auf Dauer sicher zu stellen. „Langfristig besteht auch in der fachärztlichen Versorgung Handlungsbedarf“, erläuterte Kaplan.

In den vergangenen Jahren sei schon einiges passiert: „Der Trend geht zu Kooperationen und Gemeinschaftspraxen.“ Dank der Bereitschaftspraxen haben die niedergelassenen Ärzte außerdem weniger Dienste am Wochenende. Zudem werden in Bayern mehr Studienplätze eingerichtet, zum Beispiel in Augsburg.

Anreize schaffen

Auch die Kommunen können laut Kaplan einen Beitrag leisten, etwa indem sie genügend Kinderbetreuungsplätze anbieten, damit Beruf und Familie besser zu vereinbaren sind. Er schlug auch vor, sich für das Förderprogramm des bayerischen Gesundheitsministeriums „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ zu bewerben, das zum Beispiel im Landkreis Dillingen umgesetzt wird. Das Programm unterstützt angehende Ärzte bereits während des Studiums, wenn sie sich bereit erklären, später in einer ländlichen Region zu praktizieren.

Ein weiterer Vorschlag lautete: Der Landkreis Unterallgäu solle sich gemeinsam mit der Stadt Memmingen oder sogar mit allen Allgäuer Landkreisen als „Gesundheitsregion plus“ bewerben. Von Seiten des Landkreises bestehe hier durchaus Interesse, hob Landrat Hans-Joachim Weirather hervor. Was die stationäre Versorgung angeht, ist das Unterallgäu laut Kaplan gut aufgestellt. Mittelfristig plädierte er für Kooperationen in Form von Klinikverbünden, um die Versorgung und Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser sicherzustellen. Landrat Weirather informierte: „Wir sind im Gespräch mit dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu.“

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