Halbfinale
Musikwettbewerb der ARD kommt nach Ottobeuren

Der ARD-Musikwettbewerb zählt zu den größten und renommiertesten Klassik-Musikwettbewerben der Welt und wird seit 1952 jedes Jahr in München ausgetragen. Heuer, zu seinem 60. Bestehen, findet allerdings eines der beiden Halbfinals in der Kategorie Orgel ausnahmsweise gut 100 Kilometer davon entfernt statt: Am Dienstag, 6. September, an den historischen Orgeln der Basilika Ottobeuren, da diese genau zum Repertoire des Orgel-Wettbewerbs passten, begründet Organisationsleiterin Elisabeth Kozik die Entscheidung.

Erst zehn Mal war die << Königin der Instrumente >> Teil des Wettbewerbs, der jedes Jahr für junge Musiker und vier wechselnde Instrumente ausgeschrieben wird.

Eine der ersten Preisträgerinnen an der Orgel war 1959 die Memmingerin Hedwig Bilgram, heute eine international bekannte Organistin und bis 1998 Professorin im Fach Orgel an der Münchner Musikhochschule.

Noch gut erinnert sie sich an ihre Teilnahme am ARD-Musikwettbewerb, der damals für alle jungen Musiker ein << aufregendes Ereignis >> gewesen sei. Auf verschiedenen Orgeln in verschiedenen Kirchen Münchens habe der Wettbewerb stattgefunden, << erst im Schlusskonzert durften wir im großen Konzertsaal der Hochschule für Musik auf der damals neuen Orgel spielen >>, sagt sie.

Einspielzeit für die Kirchen

Für die Kirchen habe es Einspiel- und Übungszeiten gegeben, << jeweils zwei Stunden die ganze Nacht durch >>. Das Los habe darüber entschieden, ob man beispielsweise von 2 bis 4 Uhr morgens dran war. Sie freut sich natürlich ganz besonders darüber, dass heuer << nach zwölf Jahren Pause endlich wieder die Orgel auf dem Programm steht >>.

Auch die zehn Semifinalisten in Ottobeuren werden vorher Gelegenheit haben, an den Basilikaorgeln zu üben - diesmal aber keiner von ihnen zu nachtschlafender Zeit. Die Teilnehmer reisen bereits zwei Tage vor dem musikalischen Wettstreit an.

Insgesamt 36 Organisten sind unter den 184 Wettbewerbsteilnehmern, die aus 446 Bewerbern ausgesucht wurden. 32 Länder von allen fünf Kontinenten sind dabei vertreten. Die Kandidaten treten heuer in den Fächern Oboe, Trompete, Klavier und Orgel an.

Sie kämpfen um insgesamt 90000 Euro Preisgeld der ARD. Zudem gibt es Sonderpreise und Stipendien in Höhe von 47500 Euro.

Viele heute weltberühmte Künstler wurden bereits durch den ARD-Musikwettbewerb gefördert und konnten anschließend ihre Karrieren weiter ausbauen, darunter Jessye Norman, Thomas Quasthoff, Ivan Rebroff, Maurice André, Sol Gabetta oder das Tokyo String Quartet. Das Höchstalter der Teilnehmer richtet sich nach der Kategorie und liegt meist zwischen 25 und 28 Jahren.

Termin Der Orgel-Wettbewerb am Dienstag, 6. September, ab 9.30 Uhr ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Teilnehmer und Zeitplan stehen kurzfristig im Internet auf www.ard-wettbewerb.de

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