Spitzensport
Zwei Ostallgäuer holen Gold bei Special Olympics: Grenzen durch Gesetz

Dabei sein ist alles, so lautet das olympische Motto. Und trotzdem sind viele Spitzensportler oft maßlos enttäuscht, wenn es dann nicht für die Medaillen gereicht hat. Noch wirklich gelebt wird dieses Motto bei den Special Olympics, sagen die Beteiligten.

Das sind die olympischen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Zwei Ostallgäuer haben Gold abgeräumt – die Obergünzburgerin Julia Rösler (26) beim Fahrradfahren auf Zeit über fünf Kilometer und der Marktoberdorfer Joel Kaiser (18) beim Inline-Skating in der Staffel.

'Als Mitte Dezember die Teilnahmebestätigung kam, habe ich nicht damit gerechnet, dass ich Gold hole', sagt Julia Rösler. Auch für Joel Kaiser kam der Sieg überraschend. Was den beiden Sportlern gar nicht mehr wirklich auffällt, dafür den Trainern und Eltern umso mehr: 'Bei den Spielen herrscht noch echter olympischer Geist', sagt Mutter Anita Rösler. 'Da ist viel mehr Herz dabei.'

Bei einer ähnlichen Veranstaltung sei einmal ein Sportler nach dem Rennen vorbeigekommen und habe sich bedankt, weil sie ihn angefeuert habe. 'Diesen Geist muss man selbst erlebt haben, um das zu glauben', sagt Uwe Kaiser, Vater von Joel.

Flug, Hotel und Einkleidung wurden finanziert von Sponsoren. Die grundlegende Ausrüstung, mit denen behinderte Sportler tagtäglich trainieren, muss selbst angeschafft werden. So leicht ist das aber nicht möglich. Die meisten Menschen mit Behinderung dürfen nicht unbegrenzt sparen. Da die Pflege so teuer ist, dürfen sie lediglich bis zu 2600 Euro auf dem Sparbuch haben. Was sie darüber hinaus verdienen, geht an den Staat. Hält man sich nicht daran, hat man keinen Anspruch auf die nötige Pflege.

Ein für behinderte Sportler angepasstes Fahrrad kostet allerdings über 5000 Euro. Ohne das Geld der Eltern würde gar nichts gehen. 'Von Inklusion und Gleichbehandlung wird zwar immer gern gesprochen werde – die Realität sieht aber noch ganz anders aus', sagen die Eltern. Für sie ist das trotzdem Geld, das man gerne zahlt: 'Das ist eine einmalige Sache und es ist super, dass unsere Tochter dabei sein durfte', sagt Vater Wolfgang Rösler. Bei den olympischen Spielen konnten die Eltern nicht mit dabei sein – die Flüge wären einfach zu teuer gewesen.

Wie Special Olympics durch die unterschiedlich starken Behinderungen fair bleiben und wieso das Turnier für die Sportler eine ganz besondere Belastung ist, lesen Sie in der Samstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Marktoberdorf, vom 08.08.2015.

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Autor:

Matthias Stockinger aus Kempten

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