Special Festzelte im Allgäu SPECIAL

Schoßbergler-chronik
Die Schloßbergler Bertoldshofen feiern ihr 125-jähriges Bestehen mit der Ausrichtung des Gauschützenfestes

Wie so oft liegen die geschichtlichen Anfänge etwas im Dunkeln. Doch seit mindestens 125 Jahren gibt es in Bertoldshofen einen Schützenverein. Dieses Jubiläum feiern die «Schloßbergler» mit der Ausrichtung des 50. Gauschießens im Sportschützengau Kaufbeuren-Marktoberdorf.

Nach mündlicher Überlieferung wurde der Schützenverein 1886 unter dem Namen << Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Bertoldshofen >> auf Initiative des damaligen Lehrers Stempfle beim << Marxerwirt >> gegründet. Die ersten schriftlichen Belege sind einige Jahre jünger, so eine Schießordnung von 1890. Als erster Schützenmeister wird im gleichen Jahr Anton Linder genannt. Nur zwei Jahrzehnte währte das friedliche Vereinsleben. Leistungsunterschiede und weitere Streitereien waren Anlass zur Abspaltung eines zweiten Vereins. Die neue << Schützengesellschaft Schloßberg >> wurde 1913 beim << Neuwirt >> gegründet. Beide Schützenvereine ereilte während des Ersten Weltkrieges jedoch dasselbe Schicksal: Sie mussten ihren Schießbetrieb einstellen.

Bereits im Februar 1919 starteten die << Schloßbergler >> mit einem Eröffnungsschießen beim << Neuwirt >> ihr Vereinsleben neu, auch die << Zimmerstutzen-Schützengesellschaft >> war bald wieder aktiv. Deren Führung übernahm 1929 Magnus Linder. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und spätestens mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen die sportlichen Aktivitäten der Bertoldshofener Schützen wiederum zum Erliegen. Auch nach Kriegsende verhinderte das Waffenverbot der amerikanischen Besatzungstruppen einen Neuanfang des Schützenwesens. 1950 gab es die erste Lockerung des Gesetzes und einige Schützen nahmen unter dem Dach des örtlichen Turn- und Sportvereins den Schießbetrieb wieder auf. Ab Januar 1955 gab es dann offiziell einen gemeinsamen Schützenverein als Unterabteilung des TSV Bertoldshofen.

Die Leitung hatte Konrad Bockhart, später Hans Osterried. 1958 übernahm Albert Lohmüller senior das Amt des Ersten Schützenmeisters. Franz-Josef Brugger führte die Vereinigung ab 1960. Zwei Jahre später wurde aus der Unterabteilung des TSV einvernehmlich wieder ein selbstständiger Verein.

Zum 90-jährigen Bestehen der Schloßbergler Schützen 1976 schaffte der Verein mithilfe zahlreicher Spenden eine Vereinsfahne an, die im selben Jahr geweiht wurde. Die Schützengesellschaft Stötten übernahm die Patenschaft. Anfang der 1980er Jahre stellte die Stadt Marktoberdorf, der Bertoldshofen inzwischen zugeschlagen worden war, den örtlichen Vereinen die frühere Volksschule zur Verfügung. So bauten die Schützen 1981 ein Klassenzimmer zur gemütlichen Schützenstube aus. Im ersten Stock wurden acht Luftgewehrstände errichtet.

Wechsel der Generationen

Zum 100-jährigen Bestehen des Vereins gab es 1986 diverse Festlichkeiten und ein Jubiläumsschießen. Ein Jahr später gab der Erste Schützenmeister Franz-Josef Brugger nach 27 Jahren im Vorstand sein Amt an seinen Sohn Michael ab. In den 1980er Jahren nahmen die << Schloßbergler >> sehr erfolgreich am Rundenwettkampf des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) teil. 1992 übernahm nach langer Suche kurzzeitig Wolfgang Fichtl das Schützenmeisteramt, bis Herbert Brugger ein Jahr später den Verein führte.

Mitte der 1990er Jahre fand allmählich ein Generationenwechsel statt. 1996 wurde eine neue Jugend- und Sportleitung gewählt. In die Jugendarbeit wurde ab diesem Zeitpunkt kräftig investiert. Diese Aktivitäten sollten bald Früchte tragen, und sowohl die Anzahl als auch die Leistungen der jungen Schützen gingen steil bergauf.

Ab 2000 nahmen regelmäßig viele Jugendliche an den weiterführenden Meisterschaften bis hin zur Deutschen Meisterschaft erfolgreich teil. Parallel zur Jugendarbeit steigerten sich auch der Ehrgeiz und die Leistungen der Erwachsenen. Die << Schloßbergler >> traten zwischenzeitlich sogar mit vier Mannschaften beim BSSB-Rundenwettkampf an.

Bei der Jahresversammlung 2004 gab Herbert Brugger nach elf Jahren das Amt des Ersten Schützenmeisters ab. Als Nachfolger wurde Herbert Kelz gewählt. Die Schießstände mussten den neuen Sicherheitsbestimmungen angepasst werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Schützenstube renoviert. Darüber hinaus richteten die Bertoldshofener Schützen 2004 die Stadtmeisterschaft aus.

Bei der Jahresversammlung 2009 entschieden sich die << Schloßbergler >>, 2011 das Gauschützenfest auszurichten. In der Folge wurde 2010 der << Förderverein Schloßbergler Schützen >> gegründet. Im Jubiläumsjahr zählen die Schloßbergler Schützen 124 Mitglieder, davon 57 unter 26 Jahren. Sie und noch viele Helfer mehr sind schon seit Monaten, verstärkt aber in den nächsten Tagen, im Einsatz, um das Gauschützenfest zu organisieren.

Am Freitag, 24. Juni, treffen sich die freiwilligen Helfer um 9 Uhr zum Zeltaufbau. Am Samstag beginnen die Zeltarbeiten um 9 Uhr.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen