Abschied
Zum Tod von Stadtpfarrer i.R. Leopold Mladek - Mit 94 Jahren gestorben

Als Stadtpfarrer von St. Magnus in Marktoberdorf-Nord galt Leopold Mladek als sehr fortschrittlich. Als Seelsorger und als Prediger war er bei seiner Pfarrgemeinde sehr beliebt. Im Alter von 94 Jahren ist er am Samstag gestorben.

Am 7. September 1916 wurde Mladek in Witkowitz/Mährisch- Ostrau als ältester von fünf Geschwistern geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1935 studierte er in Olmütz und Prag, wo er am 17. März 1940 zum Priester geweiht wurde. Er war Stadtkaplan in Olmütz und gleichzeitig Pfarrvikar in Proßnitz. Daneben betreute er das Lazarett im Kloster Hradisch und zum Kriegsende das Internierungslager in Olmütz. Nach der Aussiedlung gelangte Leopold Mladek über Kadeltshofen bei Weißenhorn nach Kaufbeuren als Stadtkaplan in der Pfarrei St. Martin. Ab 1949 war er außerdem zehn Jahre Dekanatsjugendseelsorger und ab 1950 Benefiziat und Präses verschiedener Verbände und Kongregationen, wie zum Beispiel bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Christlichen Arbeiterjugend.

1968 zu St. Magnus gekommen

1968 wurde der Geistliche Rat Leopold Mladek Stadtpfarrer in der neu gegründeten Pfarrei St. Magnus in Marktoberdorf, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1986 leitete. Dort im «Moos» war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Siedlung entstanden, in der besonders viele Heimatvertriebene aus dem Sudetenland wohnten. Mladek - selbst Heimatvertriebener - hatte sich, wie er einmal sagte, ganz bewusst um das Amt des neuen Pfarrers in Marktoberdorf beworben. Als besonders segensreich für die pastorale Arbeit in der Gemeinde hatte sich der Neubau des Pfarrheims (Fertigstellung 1985) erwiesen. Nicht zuletzt war dies auch Mladeks Willenskraft zu verdanken. Bei seinem 70. Priesterjubiläum, das er vor rund einem Jahr feierte, würdigte Dekan Erwin Ruchte ihn als einen Priester, der seiner Zeit weit voraus gewesen sei.

Bereits 1954 habe er auf Dekanatsebene einen Ehevorbereitungskurs angeboten. Und lange bevor die Kirche offiziell grünes Licht gegeben habe, ließ er schon 1972 in seiner Pfarrei Mädchen Ministrantinnen werden. Auch nachdem das Amt des Stadtpfarrers der Pfarrei St. Magnus an seinen Nachfolger Josef Sager überging, setzte Mladek sich unermüdlich für die Pfarrgemeinde ein.

Er kümmerte sich um die Seniorenarbeit und die geistliche Betreuung des Kirchenchors. Vertretungsweise übernahm er so manchen Gottesdienst und bis ins hohe Alter die Vorabendmessen in St. Magnus. (az/sg)

Die Eucharistiefeier findet am Freitag, 11. März, um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Magnus statt. Die Beerdigung im Priestergrab bei der Martinskirche in Marktoberdorf schließt sich an.

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