Ansprache
Wunsch: Im nächsten Jahr mit mehr Vertrauen

«Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat», zitierte Bürgermeister Werner Himmer in der Weihnachtssitzung des Stadtrats Matthias Claudius. Er appellierte an alle, «mehr Vertrauen untereinander und miteinander zu suchen und zu pflegen». Wenn dem Gremium das gelinge, «werden wir im kommenden Jahr wieder zielorientierter, sachlicher und mit weniger Emotionen diskutieren und schneller zu akzeptablen Ergebnissen und Entscheidungen kommen».

Er rührte damit an einen Punkt, der in den vergangenen Monaten mehrfach zu unangenehmen, persönlich gefärbten Auseinandersetzungen und zu erheblichen Spannungen zwischen Verwaltung und Stadtrat und auch innerhalb des Stadtrats geführt hatte. Dabei hatte der eigentlich genug um die Ohren, brauchte doch im Schnitt jedes ehrenamtliche Mitglied 133,5 Stunden, um alle Punkte zu bewältigen.

Reichlich zu tun

Zu tun gab es reichlich, wie Himmer in seiner Liste aufführte. Allem voran stellte er den 43 Millionen Euro schweren Haushalt, der ausgeglichen ist und mit 3,5 Millionen Euro eine deutliche Zuführung zum Vermögenshaushalt aufweist. Dabei dankte er den Marktoberdorfer Firmen, die mit ihrer Gewerbesteuer solche Zahlen erst ermöglichen. Vor allem bewertete er die Expansionspläne von AGCO/Fendt, des größten Arbeitgebers in der Stadt, als positiv.

Trotz momentanen Wirtschaftsaufschwungs werde der neue Etat das Niveau dieses Jahres nicht erreichen, mahnte er.

Weiter vorangetrieben habe der Stadtrat den Bebauungsplan für Leuterschach-Ronried, das integrierte Stadtentwicklungskonzept mit der Feinuntersuchung für drei Quartiere im Zentrum und der Festlegung von Zielen sowie das Erarbeiten des Gestaltungshandbuchs. «Wir haben damit die Weichen für eine gute Entwicklung in der Innenstadt gestellt», sagte er.

«Heftige Diskussionen im Stadtrat und in der Bürgerschaft verursachte der Ausbau der Bahnhofstraße.» Im nächsten Jahr werde das Projekt fortgesetzt. Die Straße werde, war er sicher, «ein Schmuckstück sein und dem hohen Verkehrsaufkommen gerecht werden».

Die Beteiligung am Tourismuskonzept der Allgäu GmbH mit den Feldern Wandern und Radeln mache Marktoberdorf für Urlauber noch interessanter.

Als Schwerpunktthemen für 2011 nannte Himmer die Entscheidung über den Standort der St. Martinsschule und die Innenstadtentwicklung.

Der Bürgermeister bedankte sich bei seinen Stellvertretern Walter Schilhansl und Axel Maaß, bei seiner Führungsmannschaft und allen städtischen Mitarbeitern, bei Lenkungsgruppe, «Mitten in Marktoberdorf», Initiative Stadtentwicklung, Aktionskreis, Infokreis der Wirtschaft und vielen mehr, die zum Wohle der Stadt wirken.

Keine einfache Situation

Schilhansl gab den Dank an Himmer zurück. Er griff dessen Gedanken über das Vertrauen auf und verwies auf die Weihnachtsgeschichte. Josef habe Maria trotz der für ihn nicht einfachen Situation vertraut und ging als Josef der Gerechte in die Geschichte ein. Ebenso verlas er eine humorvoll geschriebene und nachdenklich stimmende Geschichte, in der es ebenfalls um das Vertrauen ging. Erst wenn jeder Stadtrat diese Einstellung verinnerlicht habe, «können wir wieder richtig anfangen zu arbeiten, kritisch und wohlwollend zugleich».

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