Waldwarteversammlung
Wildverbiss zentrales Thema

Mit einem Aufruf zur besseren Zusammenarbeit aller Beteiligten beim Thema Wildverbiss endete die Waldwarteversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf. Schon beim Auftakt der gut besuchten Veranstaltung in Leuterschach hatte FBG-Vorsitzender Johann Nägele betont, wie wichtig eine Entspannung in der hitzigen Debatte um die hohen Wildverbiss-Zahlen für Waldbesitzer und Jägerschaft sei. Die Auswahl der Referenten - Privatjäger, Vertreter des Forstamtes und der Waldbesitzer - zeigte, dass es dem FBG-Chef durchaus ernst damit ist, alle beteiligten Seiten wieder an einen Tisch zu bringen.

Um mehr Schulterschluss geworben

Werbung für einen neuen Schulterschluss von Forstamt und Forstbetriebsgemeinschaften machte Forstdirektor Robert Berchtold, der an die Anfänge der Forstbetriebsgemeinschaften vor 40 Jahren erinnerte, die von einer engen Zusammenarbeit mit dem Forstamt geprägt gewesen seien.

Heute, schränkte Berchtold ein, sei diese Kooperation «nicht mehr so intensiv». Trotz derzeit guter Holzpreise gebe es bei den FBGs aber keinen Grund zur Euphorie, noch seien die Interessenvertretungen zu wenig gebündelt. Ein stabiler, nachhaltig bewirtschafteter Wald sei nur bei konsequenter Bejagung zu erreichen. Für «verbesserungsfähig» hält Berchtold auch die Zusammenarbeit von Förstern und Forstbetriebsgemeinschaften.

Die Interessen der Waldbauern stehen für Jagdvorstand Hubert Filser an erster Stelle. Angesichts der schlechten Wildverbiss-Ergebnisse, so befürchtet Filser, werde auch eine zehnprozentige Erhöhung der Abschussquote keine Trendumkehr bringen. Das langfristige Ziel bleibe ein «waldverträglicher Wildbestand» und eine Waldverjüngung ohne Zaun. Nicht abfinden mit den bayernweit schlechtesten Ergebnissen beim Wildverbiss will sich auch Waldberater Harald Husel. «Durch die Jagdgenossenschaften muss ein Ruck gehen», betonte er.

«Wir müssen stramm jagen, das wissen wir», betonte der neue Jagdberater der Region, Christian Löwenmuth. «Waldbau nur mit der Büchse ist aber der falsche Weg».

Schuld am hohen Wildverbiss sei auch die Freizeit-Belastung des Waldes durch Mountainbiker und Jogger, die das Wild aufschrecken. Den höheren Energiebedarf decken die Tiere dann bei den Jungbäumen, auch weil die natürlichen Äsungsflächen zugunsten der Landwirtschaft immer mehr zurückgedrängt werden.

Junge Buchen ohne Verbiss-Schutz aufwachsen zu lassen sei selbst bei stärkster Bejagung nicht möglich. Ein Grund für den hohen Wildverbiss ist für Löwenmuth auch die Bewirtschaftung der Felder bis unmittelbar zum Waldrand.

Überraschend wenig Klagen und viel Lob für die Jäger gab es bei den Redebeiträgen: Mit einem engagierten Jäger im Revier, meinte ein Rechtlerwaldbetreuer, hält sich auch der Verbiss in Grenzen.

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