Innenstadtkonzept
Weg der Marktoberdorfer Stadtentwicklung zügig weitergehen

Die Konzeptarbeit läuft vorbildlich, in der Umsetzung hapert es noch. So könnte man das Urteil von Wilhelm Hofmann, Sachgebietsleiter für die Städtebauförderung der Regierung von Schwaben, über Marktoberdorf überspitzt zusammenfassen. Viel Lob hatte er nämlich für den Verein «Mitten in Marktoberdorf», das Projektmanagement und die Arbeit am «Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept» (ISEK). Er stellte aber auch klar: «Sie haben noch viel zu tun. Da ist noch was erforderlich.» Denn große Investitionen von öffentlicher und privater Seite sind aus der ISEK-Arbeit noch nicht erwachsen. Mit Busbahnhof und den Plänen für die Aufwertung von drei Quartieren sei aber einiges «in der Pipeline», hieß es im Stadtrat.

Hofmann und seine Kollegin Franziska Spreen betteten den Entwicklungsprozess, der in Marktoberdorf läuft, in ein Gesamtbild ein. Anliegen der Städtebauförderung sei es, attraktive Ortszentren zu schaffen. Dies fördern Bund und Land mit bis zu 60 Prozent der Kosten. Im laufenden Programm gelte es, die Akteure der Stadtentwicklung, also Bürger, Gewerbe und Politik, zusammenzuführen. In Marktoberdorf geschieht dies im Verein << Mitten in Marktoberdorf >>.

Die Programme seien auf Nachhaltigkeit ausgelegt, erläuterte Hofmann. Dennoch fordere der Bund in der Umsetzung << Zügigkeit >>. Nach drei bis vier Jahren werde in einer Evaluierung entschieden, ob das Programm weiterläuft, nach acht Jahren ende die Förderphase. Wohl zum Jahresende, wenn die Mittel für 2012 angefordert werden, werde der Verbleib Marktoberdorfs im Programm geprüft.

Und auch wenn er noch Handlungsbedarf sehe, << kann ich mir nicht vorstellen, dass Marktoberdorf rausfällt >>, sagte Hofmann. Er zeigte auf, was andere Städte wie Mindelheim, Kempten oder Memmingen seit Programmstart 2008 bereits geleistet haben. Zum Teil gab es dort allerdings zuvor schon mehr konzeptionelle Vorarbeit als in Marktoberdorf, berichtete Spreen.

Den eingeschlagenen Weg in Marktoberdorf bezeichnete Hofmann als richtig. Er bedauerte gleichzeitig, dass investive Maßnahmen nicht so schnell vorankommen wie in den Nachbarstädten. Er riet den Stadträten daher, den eingeschlagenen Weg zielgerichtet und zügig weiterzugehen und Konflikte bei der Umsetzung auszutragen.

Den Zeitplan für das weitere Vorgehen nannte Stefan Lehmann vom Architekturbüro Schirmer: Noch vor der Sommerpause sollen die letzten Details für das ISEK in einem Workshop mit Stadträten und Lenkungsgruppe geklärt werden. Er übernehme dann über den Sommer die Aufbereitung. Im Herbst komme das Konzept zur Verabschiedung in den Stadtrat.

Kritik von Carl Singer an dominanter Rolle der Planer

Dass die Arbeit Lehmanns nicht nur Zustimmung findet, zeigte eine Wortmeldung von Carl Singer (FW), der auch Mitglied der Lenkungsgruppe von Mitten in Marktoberdorf ist. Am Ende der Sitzung, als die Regierungsvertreter und Architekten bereits gegangen waren, sagte er, die Ideen sollten von den Bürgern und nicht von den Planern kommen. In den Workshops mache Lehmann zu große Vorgaben.

Dem widersprach Stadtbaumeister Peter Münsch: << Vom Planer wurden keine fertigen Lösungen vorgegeben. An den Konzepten hat der Stadtrat aktiv mitgearbeitet. >> Axel Maaß (Grüne), ebenfalls in der Lenkungsgruppe aktiv, bezeichnete Singers Äußerung als << ärgerlich >>, zumal die Betroffenen nicht mehr anwesend seien. Genau das sei der Unsicherheitsfaktor in der Stadtplanung. Man könne nicht nur das aufgreifen, was einem << in den eigenen Kram passt >>, wandte er sich an Singer. Jutta Jandl (SPD) rief dazu auf, an einem Strang zu ziehen und nicht mit << Geplänkel >> zu verhindern, dass die Stadt ihr Ziel erreicht.

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