Kfz-Markt
Warten aufs Weihnachtsauto

Geduld müssen derzeit viele Neuwagenkäufer aufbringen, die auf ihr Auto warten. Für längere Lieferfristen machen Marktoberdorfer Autohändler - neben eines Schubs bei der Nachfrage - die Zulieferer verantwortlich. «Auf einen Run, wie wir ihn bei Mittelklassewagen und Minivans verzeichnen, waren die einfach nicht vorbereitet», meint etwa Ralf Kopetschke, Juniorchef bei Opel Huber in Marktoberdorf.

«Oft fehlt nur das Schiebedach»

Auch der Händler sitze da manchmal wie auf Kohlen: Schließlich wolle jeder Kunde seinen Neuwagen noch möglichst im alten Jahr haben, sagt Kopetschke. So seien bei ihm beispielsweise mindestens fünf Opel Meriva noch in der Warteschleife. Diese stünden noch in Rüsselsheim, obwohl Kopetschkes PC «Status produziert» anzeigt. «Oft fehlt den Autos nur noch die Anhängerkupplung oder das Schiebedach», erzählt der Autohändler. Oder die Standheizung sei nicht verbaut, weil sie nicht lieferbar ist. «Wer heute einen Meriva bestellt, bekommt ihn im Frühjahr», so Kopetschke.

Generell geht er wegen der fehlenden Verfügbarkeit mancher Teile aber nur von geringfügig längeren Lieferzeiten aus, als normal ist. Zugleich freut sich Kopetschke über die deutlich gestiegene Nachfrage: Diese habe definitiv wieder ihr Normalniveau erreicht.

Auch Carl Singer, Inhaber der gleichnamigen VW- und Audi-Autohäuser, verzeichnet eine große Nachfrage nach Neuwagen. Die Lieferfristen bei VW und Audi betragen ihm zufolge - je nach Auto, Motor- oder Getriebekombination - zwischen zwei und sieben Monaten. Singer sagt, «die ganze Welt» verlange derzeit nach Modellen wie dem Audi A3 (offizielle Lieferzeit: fünf Monate). Die Automärkte in Europa, Asien und Amerika seien stabil. «Deshalb können wir einerseits positiv in die Zukunft blicken, andererseits müssen wir unseren Kunden die langen Wartezeiten erst einmal verklickern», so Singer.

 

Skeptischer äußern sich Christian Fischer, Juniorchef des gleichnamigen Mazda-Autohauses in Marktoberdorf, sowie Jürgen Bioli, Prokurist des Scania-Händlers Alnufa. Laut Mazda-Händler Fischer sei der Einbruch nach Auslaufen der Abwrackprämie zwar nicht so groß gewesen, wie befürchtet. Aber die Nachfrage habe das Niveau davor noch nicht wieder ganz erreicht.

Lieferverzögerungen seien übrigens nicht nur bei deutschen Autofabrikaten ein Problem. «Uns geht es genauso. Die Zulieferer konnten nichts auf Halde vorproduzieren, weil sie in der Rezession ihre Lagerbestände bereinigten», so die Analyse von Christian Fischer. Deshalb geht er auch bei Fabrikaten wie dem Mazda cx 7 von einer Wartezeit bis zu fünf, sechs Monaten aus. Dennoch spricht Fischer - im Gegensatz zu Carl Singer - von einer in Zentraleuropa nach wie vor leicht rückläufigen Nachfrage nach Neuwagen.

Gerade die Premiumhersteller produzierten vor allem für China.

Die Nachfrage sei zwar gestiegen, aber sei längst noch nicht dort, wo sie vor der Krise war, sagt auch Jürgen Bioli. Er bestätigt, dass es auch bei Lkw und Transportern ab und zu Schwierigkeiten mit Zulieferern gebe, die noch nicht mit einem Nachfrageschub gerechnet hätten. In der Regel könne seine Firma aber mit den normalen Lieferzeiten von circa acht Wochen rechnen, so Bioli. «Das ist positiv für uns, weil wir unsere Kunden deshalb relativ schnell bedienen können.» (hkw)

 

Nicht die Autos, sondern die Kunden landen nun in der Warteschleife. Foto: Archiv

«Schwierig wird es, wenn jetzt ein Kunde kommt, der noch zu Weihnachten ein Auto seiner Wahl bestellen möchte.»

Carl Singer zu den Lieferfristen bei Audi/VW

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