Bauvorhaben
Wald hat Probleme mit Versickerung - 300000 Euro Mehrkosten

Ihren Bürgern bezahlbaren Baugrund anbieten und ihnen attraktive Ansiedlungsmöglichkeiten im Dorf bieten, das will die Gemeinde Wald mit der Ausweisung ihres Baugebietes «Wald-West, Kapelle» erreichen.

In der Gemeinderatssitzung, in der die Erschließungsplanung dafür vorgestellt und beraten wurde, mussten Bürgermeister und Gemeinderat jedoch manche unerwartete Kröte schlucken.

«Eine Versickerung von Oberflächenwasser wird im Baugebiet aufgrund der vorgefundenen Bodenverhältnisse nicht möglich sein», eröffnete Planer Bertram Mooser und verwies auf ein seit Kurzem vorliegendes Baugrundgutachten. Das Wasser müsse daher entgegen den ursprünglichen Plänen über eine Regenwasserkanalisation abgeleitet werden. Über zwei neue Kanalstränge könne es an eine bestehende Leitung angeschlossen werden, die östlich aus dem Baugebiet hinausführt und wahrscheinlich letztendlich in den Brantelsbach mündet.

Diskutiert und wieder verworfen

Kostenintensiv dabei sei, dass die neue Regenwasserableitung als Stauraumkanal mit Rückhaltung gebaut werden muss, um bei heftigen Regenfällen nicht tiefer liegenden Grundstücken Probleme zu bereiten. 135 Kubikmeter Rückhalteraum für ein zehnjähriges Hochwasserereignis in Rohren von 1,80 Meter Durchmesser und eine Drosseleinrichtung, über die maximal 30 Liter pro Sekunde abfließen, empfahl Mooser.

Um rund 300000 Euro werden sich die bisher auf knapp 500000 Euro geschätzten Erschließungskosten dadurch erhöhen. Verschiedene Alternativen - wie ein offenes Rückhaltebecken oder eine (kaum mögliche) Ableitung in den Ruderatsbach wurden diskutiert und wieder verworfen. Letztendlich kamen alle zu dem Schluss, dass eine günstigere und bessere Alternative nicht gegeben ist. Offen sind auch noch der Verlauf und der Querschnitt des bestehenden Kanals, in den einmal das Niederschlagswasser aus dem Gebiet eingeleitet werden soll.

Bürgermeister Josef Ampßler sagte zu, den Kanal so schnell wie möglich prüfen zu lassen.

Ungünstige Topografie lässt Häuschen «verschwinden»

Die Topografie des Gebiets - relativ kleinteilige Kuppen und Vertiefungen - sei ungünstig, so Mooser, deshalb schlage er eine Einebnung des Geländes im Zuge der Bebauung vor. Ansonsten würden einige Häuschen quasi in der Versenkung verschwinden, während andere hoch herausragen.

Sowohl für die Gemeinde bei der Erschließung als auch für die einzelnen Bauherren werden dadurch einige Erdbewegungen notwendig, auf die Gemeinde kommen laut Bodengutachten zudem stellenweise noch Straßengrundverbesserungen zur Stabilisierung zu. Die gute Nachricht des Tages war, dass alle Bauwerber ihre Grundstücke im freien Spiel entwässern können.

Mangels anderer Möglichkeiten gab der Gemeinderat dem Planer den Auftrag, das Baugebiet wie vorbesprochen und vorgestellt weiter zu planen.

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