Ostallgäuer Kunstausstellung
Von den 48 Werken im Künstlerhaus Marktoberdorf beschäftigen sich viele mit dem Thema Zeit

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Alles fließt, verändert sich. Die Zeit reißt vieles mit sich fort. Was bleibt sind Erinnerungen an Orte, Menschen, Momente. Doch die Konturen verschwimmen mit fortlaufender Dauer. Vieles zerfällt, wird bruchstückhaft. Wenn Brigitte Guggenmos malt, bedient sie sich gerne ihrer Erinnerungen. Und deren Fragmente bringt sie mit Acrylfarben auf die Leinwand. Daraus entstehen mitunter atmosphärisch-dichte Bilder. Eines davon - "Was bleibt II"- wurde nun im Rahmen der 33. Ostallgäuer Kunstausstellung mit dem mit 2500 Euro dotierten Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2011 ausgezeichnet.

Ein mitgenommenes Waschbecken zieht den Blick des Betrachters an. Der blaue Putz bröckelt von den Wänden. Von dieser Kargheit, Verlassenheit geht eine leise Melancholie aus. Morbidität und Poesie im Schulterschluss.

48 Arbeiten (31 Bilder, 17 Skulpturen) von 39 Künstlern aus ganz Schwaben vereint die Schau im Künstlerhaus Marktoberdorf. Der Andrang war wieder groß, wie Leiterin Maya Heckelmann berichtet. 157 Künstler lieferten 287 Werke ein. Dass die Jury nur 48 Arbeiten aufnahm, tut der Schau gut. Die Werke können sich entfalten, dürfen atmen – und davon profitiert der Betrachter. Wer sich umsieht, entdeckt reizvolle Wechselbezüge zwischen Auseinanderliegendem.

Weitere Preisträger Für 'La Rose 2' erhielt Anna Maria Moll (Auhausen) den Sonderpreis der Franz-Schmid-Stiftung (2000 Euro). Was wie eine Häckelarbeit (mit Rosen und Fußballerin) aussieht, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als raffinierter Papierschnitt. Alte Postkarten mit Bergmotiven verwendet Felix Weinold (Augsburg), bearbeitet sie am Computer und spielt gekonnt mit natürlichen und künstlichen Bildflächen.

Für 'Doppelpass 1' gab es zurecht den 'Familie Paul-Breitkopf-Preis (2000 Euro).

Zeit Nicht nur die zwei 'Was bleibt'-Bilder beschäftigen sich mit dem Thema. Manche tragen sie im Titel wie der feine Holzschnitt 'Mondnacht 8230' von Norbert Kiening (Diedorf) oder die Computertasten-Arbeit 'Schnee von morgen' von Christian Hof (Kempten).

Auffallend Viele Werke korrespondieren mit der Klinker-Architektur des Hauses. Dazu gehören geradlinige Arbeiten von Jusha Müller (Eggenthal), Manfred Küchle, Gertrud Küchle-Braun (Dietmannsried) oder ein zweiteiliger Paravent aus verrosteten Eisenblechen von Alto Gmelch (Nesselwang).

Fotografie ist Mangelware. Pit Kinzer rettet die Szene mit seinen 'Gerngroß Models auf der Walz 1'; Videoarbeiten fehlen (leider).

Hingucker ist die große bildhauerische Arbeit 'Eingriff' von Sebastian Mayrhofer (Aitrang), die ein weißes, auseinandergerissenes Pferd zeigt. Brutalität, Gewalt, Schmerz – dieses 'Bild' brennt sich ein.

Witzig Das interaktive Sofapuzzle 'Cubus Möbius Skulptus' im Obergeschoss von Wilma Rösch (Füssen) dürfen Besucher verändern.

Fazit Sehenswert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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