Bürgerversammlung
Unterthingauer sehen Entwicklung kritisch

Bei der Unterthingauer Bürgerversammlung im «Felder-Saal» warnte Wendelin Schmölz unter starkem Beifall der Besucher an die Adresse des Marktrats: «Unser Baugrund wird derzeit verschleudert.» Besonders meinte der Redner damit die Ausweisung des riesigen Gewerbegebiets im Westen der Gemeinde, «wo sich die Eingriffe deutlich abzeichnen». Unverständlich sei die große Fläche für einen französischen Betrieb, in dem lediglich sieben Menschen beschäftigt seien. Schmölz regte an, die Räte sollten neben ökonomischen Interessen «auch andere Sichtweisen in langfristige Planungen einfließen lassen».

Bürgermeister Wolfgang Schramm entgegnete, dass die demographischen Entwicklungen sehr wohl in solche Überlegungen einflössen. Die Probleme könnten auch an Geburtenrückgang und Schülerzahlen, Umsatzrückgängen bei Geschäften, Handwerkern und Gaststätten festgemacht werden. So dagegen könne eine Nachfrage nach Baugrundstücken festgestellt werden, weil sich Arbeitnehmer in Unterthingau ansiedeln wollen. Im neuen Wohnbaugebiet Kirchenösch III wurden bereits elf Grundstücke verkauft, zwei seien reserviert und neun stünden noch zur Verfügung, sagte der Rathauschef.

Wettbewerb unter den Gemeinden schwer zu lösen

Ein weiterer Redner zielte auf die mangelnde interkommunale Zusammenarbeit, um sich mit besserer Abstimmung unnötige Kosten zu sparen. Gerade entlang der B 12 sei ein «Wettlauf» um Gewerbegebiete entstanden. Dazu meinte Schramm, wegen der Gewerbesteuer herrsche ein Wettbewerb unter den Gemeinden, der schwer zu lösen sei. Aufgrund der momentan hohen Verschuldung sei Unterthingau auf gute Einnahmequellen angewiesen. Bereits für heuer und vor allem 2011 rechne er mit einer «sprudelnden Quelle» für den Haushalt. Wegen der momentanen Ebbe in der Kasse wurden Projekte auf 2011 verschoben. Dennoch seien heuer vier große Fotovoltaikanlagen mit Gesamtkosten von 191000 Euro auf den gemeindlichen Gebäuden erstellt worden. Hier erwarte er eine baldige Amortisation - «viel Sonne vorausgesetzt».

378000 Euro kostete der Bau einer Kinderkrippe, die gut belegt sei. Für das kommende Jahr sei die Erstellung des neuen Feuerwehrhauses und Wertstoffhofs zwischen Unter- und Oberthingau geplant. Über drei Millionen Euro sind für die anstehende Sanierung der Mittelschule aufzubringen, und auch der Straßenbau dürfe nicht vernachlässigt werden, «da sonst teure Totalsanierungen notwendig sind».

Lobend hob Bürgermeister Schramm die Aktivitäten des Fördervereins Häringer-Heimathaus hervor. Äußerlich sei das Gebäude bereits «ein Schmuckstück für den Markt». Dank zollte er allen Menschen, die sich für die Allgemeinheit einsetzten.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen