Marktratsitzung
Unterthingauer Marktrat kommt bei Kläranlage Ried nicht voran

Langsam aber sicher dürfte bei den Rieder Bürgern nur noch Kopfschütteln über den Marktrat Unterthingau herrschen, der es nach etwa einem Dutzend Sitzungen wieder nicht schaffte, eine Lösung zur zukünftigen Abwasserentsorgung des Ortsteils zu beschließen.

Wie schon mehrfach berichtet, ist die Kläranlage Ried nicht in der Lage, die vorgeschriebenen Klärwerte zu erreichen. So ringt der Marktrat seit Jahren um eine Lösung des Problems, er wurde bereits vom Wasserwirtschaftsamt aufgefordert, eine Verbesserung der Klärwerte zu erreichen. Doch der Weg dahin bleibt umstritten.

Bürgermeister Wolfgang Schramm begann die Sitzung mit dem Hinweis auf eine vorangegangene Besprechung im Rat, bei der sich angeblich eine Mehrheit für den Anschluss an die Kläranlage Görisried abgezeichnet habe. In der Sitzung war davon nichts mehr übrig, es bildeten sich drei Gruppen.

Insbesondere Bürgermeister Schramm vertrat die Auffassung, dass es auf lange Sicht das Beste wäre, über einen neuen Kanal in Görisried anzuschließen. Die Görisrieder verlangten dafür einen Messschacht, der << üblich und gerecht >> sei. An Gebühren seien nur die eingeleiteten Wässer zu bezahlen.

<< In den Würgegriff >>

Mehrere << Bedenkenträger >> vermuteten Probleme beim Kanalbau, bei der Wartung dieses Kanals, bei den Kosten und schließlich begäbe man sich, so die Meinung von zwei Räten, << in den Würgegriff von Görisried >>. Deshalb waren mehrere Räte davon überzeugt, einen langen Kanal von Ried nach Oberthingau zu bauen und somit die Abwässer in Unterthingau zu klären. Dies käme auf Dauer billiger und alles bliebe in eigenen Händen.

Es meldete sich auch noch die dritte Fraktion, die eine Ertüchtigung der Anlage forderte und zur Nachklärung eine Pflanzenkläranlage. Dies führte zur provokanten Frage des Bürgermeisters, ob Marktrat Engelbert Hornung << Prozente von der Firma Schellheimer >> bekäme.

Eine Entscheidung traf der Marktrat doch noch: Er vertagte einstimmig die Entscheidung über einen Anschluss in Görisried - und so wird es mit Sicherheit mindestens eine weitere Sitzung über das Rieder Problemkind Kläranlage geben.

Nach der Sitzung wussten die zahlreichen Besucher der Sitzung aus Ried jedenfalls fast genau so viel wie zuvor. Als einzige << Neuerung >> wurde bekannt, dass der Markt versuchen will, die Kosten für die Kläranlage Ried allen Marktbürgern aufzuerlegen, die Rieder wären mit den Kosten - egal bei welcher Variante - hoffnungslos überfordert.

Kapazitäten frei

Schramm verwies am Ende der Sitzung darauf, dass nun schon bald 10.000 Euro für verschiedene Studien und Abwasser-Varianten ausgegeben wurden. Ein << handfestes Ergebnis >> zeichne sich aber immer noch nicht ab. Nunmehr möchten mehrere Räte eine weitere Gegenüberstellung der Kosten für die Variante des Anschlusses in Görisried sowie für den Bau einer neuen Leitung nach Oberthingau zur Reinigung der Abwässer in der Unterthingauer Kläranlage, die noch einige Kapazitäten frei hätte.

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