Ägypten
Unruhen schrecken Reisewillige ab - Eine Urlauberfamilie kehrt heute zurück

Von den Unruhen in Ägypten hat die Familie aus dem Raum Marktoberdorf, die heute aus ihrem Urlaubsparadies am Roten Meer zurückkehrt, laut Reisebüro offenbar wenig gemerkt. «Bei denen ist alles okay», sagt Christoph Hauptvogel vom Reisebüro Reimann. Sensibilisiert von Berichten über teilweise anarchische Zustände in Ägypten hatte Hauptvogel zuvor mit dem Reiseveranstalter telefoniert. Die vier Reisebüros in Marktoberdorf haben wegen der Unruhen in Nordafrika aber keineswegs Bammel: Denn außer der eingangs erwähnten Familie, die für zehn Tage in der Hafenstadt Port Safaga weilte, wissen sie derzeit von keinen Marktoberdorfer Reisenden dort.

Und das wird sich so schnell nicht groß ändern: Christoph Hauptvogel etwa berichtet nur von einer weiteren Ägypten-Buchung Mitte Februar. «Momentan gibt es keinen akuten Fall», sagt auch Sarita Suvak vom Reisecenter Marktoberdorf. «Allerdings haben wir Reisende, die Ende Februar beziehungsweise im März nach Ägypten wollen.» Hinzu käme eine Kundin, die am 1. März unbedingt nach Tunesien wolle. «Da müssen wir abwarten», so Suvak. «Bis Mitte Februar sind Tunesien-Flüge vorerst abgesagt.»

Überhaupt heißt die Devise derzeit Abwarten und Teetrinken: Das gilt für Tunesien, wo sich die Lage wieder ein wenig beruhigt zu haben scheint. Und mehr noch für Ägypten: Obwohl sich die Lage dort verschärft hat, gibt es noch keine definitive Reisewarnung für das Land. Wobei das Auswärtige Amt von Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez sowie ins Hinterland abrät.

«Davon bin ich betroffen. Mitte April wollte ich bei einer Kreuzfahrt Kairo aufsuchen», so Suvak. «Aber wer weiß? Vielleicht gibt es bis dahin dort ja auch eine Übergangsregierung.» Unbedenklich sind laut TUI derzeit dagegen Badeurlaube in Ferienorten wie Hurghada oder Marsa Alam. Obgleich auch in der Region um Scharm el Scheich am Sonntag Panzer auffuhren, wird die Lage dort als ruhig beschrieben.

«Aber ich hätte auch dort momentan ein ungutes Gefühl», meint Suvak. «Schließlich brodelt nur ein paar hundert Kilometer weiter die Menge.» Ihr ungutes Gefühl spiegelt sich in der eher bescheidenen Nachfrage nach Ägypten-Urlauben. Wer dem Winter entfliehen will, wählt andere Ziele: «Jetzt bleiben nur noch die Kanaren», so Suvak.

Kostenlos umbuchen

Der Unsicherheit tragen Reiseveranstalter wie TUI, ETI oder Neckermann Rechnung: «Bis zum Abreisetermin 7.2. sind kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen von Ägyptenreisen möglich», weiß Günther Busch vom Reisebüro Kirchweihtal. Die TUI und andere Firmen haben zudem Reisen nach Kairo bis 7. Februar abgesagt.

Die letzten Reisenden, denen Busch einen Urlaub im Land der Pyramiden vermittelt hat, sind schon seit 22. Januar zurück. Auch ihm zufolge buchen derzeit nur wenige Menschen Ägypten: «Das Risiko, sich kurzfristig was Anderes suchen zu müssen, ist ihnen zu groß.» Erst für April hat er die nächste Buchung: «Hoffentlich hat sich bis dahin die Lage wieder beruhigt.» Momentan würden andere Ziele gebucht - oder abgewartet. Auch «MOD Reisen» hat laut Stefanie Himmer momentan keine Kunden «in dem Zielgebiet».

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